Unsere Geschichte - Wie der Bergbau den Harz veränderte
14.11.2026 • 12:00 - 12:45 Uhr
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Originaltitel
Wie der Bergbau den Harz veränderte
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
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Unsere Geschichte - Wie der Bergbau den Harz veränderte

"Unsere Geschichte" schlägt eine Verbindung von der Entstehung des Bergbaus zu den Problemen des Harzer Waldes heutzutage. In dem Film geht es unter Tage, er "gräbt aus", was alte Bergleute früher erlebt haben und zeigt, wie engagiert die noch lebenden Bergleute Geschichte und Traditionen frisch halten. Männer mit Motorsägen ziehen durch die Wälder im Harz, fällen Baum für Baum. Der Grund: Der Wald ist sterbenskrank. Der Borkenkäfer hat Tausende Fichten getötet. Fast drei Viertel aller Bäume sind schon befallen. Die Fichten wurden für den Bergbau gepflanzt. Für den Bau von Stollen brauchte man Unmengen an Holz. Das war schon vor 1000 Jahren so. Damals begann die Hochzeit des Harzer Bergbaus. Immer wieder wurde abgeholzt und aufgeforstet. Der Harz besteht zu 80 Prozent aus Fichtenwäldern. Sie sind besonders anfällig für den Klimawandel und seine Folgen. Die sterbenden Fichten sind die sichtbarste Spur, die der Bergbau im Harz hinterlassen hat. Vor genau 500 Jahren erlebte der Harz einen "Goldrausch": Mit der sogenannten Bergfreiheit erlaubte St. Andreasberg im Jahr 1521 jedem das Recht, nach Schätzen zu suchen. Gold gab es hier zwar nicht, aber Silbererze. Jahrhundertealt sind die Stollen rund um St. Andreasberg. Die Grube Roter Bär gehört dem St. Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde. Die Mitglieder wollen einen verschütteten Gang freilegen. Sie wissen nicht, was sich dahinter befindet. Sie wissen nur: Es sind 200 Jahre vergangen, seit der letzte Bergmann hier war. Die ehrenamtlichen Kumpel reisen jedes Wochenende aus ganz Deutschland an, um "im Dreck zu wühlen", wie sie sagen. Fast alle haben an der TU Clausthal studiert, bis heute ist sie eines der renommiertesten Bergbau-Institute in ganz Deutschland, gegründet für den Harzer Bergbau. Hier sind auch Erfindungen entstanden. Die Fahrkunst, eine Art Fahrstuhl, revolutionierte den Abstieg in den Schächten. Ohne den Bergbau im Harz gäbe es auch keine Drahtseile, entwickelt wurden sie im Harz. Das wichtigste Fest der Bergleute wird immer noch jedes Jahr gefeiert. In vielen Orten findet im Februar das Bergdankfest statt. Extra für diesen Tag holen die Kumpel ihren Kittel, die traditionelle Bergmannsuniform, aus dem Schrank. Sie ist ihr ganzer Stolz. Die lange Bergbaugeschichte im Harz endete 1992, die Grube in Bad Grund wurde geschlossen. Volker Sturm war einer der Letzten unter Tage. Fast sein ganzes Leben hat er hier geschuftet. Der alte Bergmann arbeitete sich vom Knappen zum Steiger hoch. Viele seiner Kumpel überlebten die gefährliche Arbeit im Berg nicht. Beinahe hätte es auch Volker Sturm erwischt. Doch der Zusammenhalt "im Berg" war immer groß. Immer noch treffen sich die alten Steiger zum Stammtisch. Der Bergbau hat Leben und Arbeit im Harz mehr als 1000 Jahre lang bestimmt. Viele Spuren sind noch sichtbar. Ein Erbe sind die Fichtenwälder. Försterin Victoria Witt hat allein in ihrem Harzrevier in einem Jahr 40.000 Bäume fällen lassen, alle vom Borkenkäfer aufgefressen: "Ich verwalte hier eine Katastrophe", sagt die junge Frau. Künftig soll im Harz ein Mischwald entstehen. Freiwillige Helfende pflanzen deshalb junge Bäume, diesmal vielfältige Laubbaumarten. Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

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