Unsere Meere
27.03.2023 • 20:15 - 21:00 Uhr
Natur + Reisen, Natur + Umwelt
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Originaltitel
Unsere Meere
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Natur + Reisen, Natur + Umwelt

Katastrophe Klimawandel: Tierbabys kämpfen ums Überleben

Von Marina Birner

Es sind nicht nur Launen von Mutter Natur, die ihren Tribut von Flora und Fauna fordern. Auch der Mensch trägt einen wenig ruhmreichen Teil zur Veränderung von Lebensräumen und tierischem Verhalten in den rauen Gewässern der Nord- und Ostsee bei. Teil vier der ARD-Reihe "Unsere Meere" klärt auf.

Nord- und Ostsee spielten in TV-Dokumentationen über die Unterwasserwelt bisher kaum eine Rolle. So verzichtete beispielsweise die BBC vor rund fünf Jahren darauf, im Rahmen der Reihe "Unser Blauer Planet II" die nördlichen Gewässer genauer unter die Lupe zu nehmen. Zu trübes Wasser erschwere die Dreharbeiten, hieß es. Auch eine vermeintlich wenig exotische Tierwelt sei ein Grund. Der preisgekrönte Naturfilmer Thomas Behrend setzte sich zum Ziel, das Gegenteil zu beweisen. Drei Jahre lang begab er sich gemeinsam mit seinem Team auf Spurensuche und förderte Bemerkenswertes zutage: Im vierten und letzten Teil der "Unsere Meere"-Reihe entführt er in die "Unbekannte Ostsee".

Sie ist das größte Brackwassermeer der Erde und ein rauer Lebensraum im Wandel der Gezeiten. Es spielen sich kleine Dramen und schicksalhafte Geschichten in den blauen Tiefen und an den Küstengebieten ab: So müssen beispielsweise Kegelrobben am Rigaischen Meerbusen der gnadenlosen Hitze – bedingt durch den Klimawandel – trotzen, um ihre Jungen zu ernähren. Sie haben eine zu dicke Fettschicht, als dass sie auf die unzähligen kühlenden Meeresduschen verzichten könnten, bei denen sie aber ihre Jungen zurücklassen müssen. Doch nicht alle Muttertiere auf der Insel Saaremaa können das Problem lösen. Mit modernster Technik gelangen Behrend spektakuläre (Nah-) Aufnahmen.

Mogelpackung Miesmuschel

Viele Arten sind demnach auf "Erfindergeist" angewiesen, um nicht zu verhungern. So merken Eiderenten rund um die Erbinseln bei Bornholm oft zu spät, dass die im Ganzen verschluckten Miesmuscheln eigentlich eine Mogelpackung sind. Schließlich verkümmern die Schalentiere in Anbetracht steigender Wassertemperaturen.

Das ist nicht die einzige Kettenreaktion – verschuldet durch menschliches Fehlverhalten – die ihren Tribut fordert. So ähneln Seegraswiesen im finnischen Schärgarten einer Art "Unterwasser-Savanne", die mehr Kohlendioxid pro Quadratmeter als tropische Regenwälder binden. Ankern immer mehr Schiffe und wühlen damit den Boden auf, wird der Lebensraum der Meister der Tarnung, der sogenannten Grasnadeln, zerstört.

Die Dokumentationsreihe zeigt auf eindrucksvolle Weise auf, inwiefern ökologische Kreisläufe von Umweltverschmutzung und Erderwärmung beeinflusst sind.

Erlebnis Erde: Unsere Meere – Unbekannte Ostsee – Mo. 27.03. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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