Die Zahlen sind erschreckend: In den letzten 40 Jahren ist der Vogelbestand allein in Europa um mehr als 400 Millionen Exemplare zurückgegangen. Eine Dokumentation möchte dieser Tragödie auf den Grund gehen.

"Alle Vögel sind schon da" ... – So beginnt eines der bekanntesten deutschen Volkslieder. Aber was heißt schon "alle Vögel"! – Seit 1980 hat sich der Vogelbestand dramatisch reduziert. Allein in Deutschland leben heute weniger als halb so viele Feld- und Wiesenvögel wie noch vor 30 Jahren. Doch was passiert mit all diesen Vögeln? Welchen Umweltfaktoren fallen sie zum Opfer? Und was kann die Menschheit unternehmen, um einen weiteren Rückgang aufzuhalten? Diesen Fragen möchte die Dokumentation "Vermisst – Wo sind die Vögel?", die ARTE nun erstmals zeigt, auf den Grund gehen.

Der Filmemacher Heiko De Groot begleitet professionelle Vogelfreunde bei ihrer Arbeit. Die Jüngste ist Mya-Rose Craig: Bis zu ihrem 18. Geburtstag möchte die britische Vogel-Bloggerin 5.000 verschiedene Vogelarten in freier Wildbahn gesehen haben. Ob sie dieses Ziel wohl erreichen wird?

Auch Kevin Gaston, der an der Universität von Exeter forscht, ist beunruhigt: Laut seinen Berechnungen ist der Vogelbestand in Europa in den letzten 30 Jahren um mehr als 400 Millionen gesunken. Früher, so erläutert er, seien auf eine Person vier Vögel gekommen. Heute seien es nur noch drei, in manchen Gegenden von Europa sogar nur noch zwei.

Das große Sterben betrifft nicht nur Vögel

Doch wer ist für diesen massiven Vogelschwund verantwortlich? Auch darauf hat die Dokumentation eine Antwort: "In Biogasanlagen wird aus Mais und Raps Energie gewonnen. Damit soll der Klimawandel gestoppt werden. Aber die Fläche, die dabei verbraucht wird, geht für Tiere und Pflanzen verloren", erklärt der Ökologe Christian Hof. Darüber hinaus stellen Ackerland und Traktoren oft eine akute Bedrohung für brütende Vögel dar. Welche Gegenmaßnahmen Vogelschützer wie Heike Jeromin in Zusammenarbeit mit den Bauern treffen, werden in der berührenden und aufschlussreichen Dokumentation ebenfalls beleuchtet.

Doch die Vögel sind nicht die einzigen Opfer der modernen Zivilisation: Auch der globale Insektenbestand sinkt seit Jahren bedrohlich. Schon heute sind viele Arten für immer ausgestorben. Welche Faktoren hierbei ausschlaggebend sind und welche gravierenden Folgen dieses Individuensterben auf die Natur und uns Menschen hat, das zeigt die Dokumentation "Das große Insektensterben" im Anschluss, ab 22.40 Uhr. Aktuelle Studien und weltweite Experten dienen dem Filmemacher Torsten Mehltretter auch hier als wichtige Quellen.

Vermisst – Wo sind die Vögel? – Sa. 04.04. – ARTE: 21.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH