Die "ARD History"-Doku erzählt die außergewöhnliche Überlebensgeschichte des afro-karibischen Seemanns Lionel Romney, der 1944 ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde. Erst Jahrzehnte nach dem Krieg vertraute er seine Erinnerungen seiner Tochter Mary an.
Mit "ARD History: Vom Paradies in die Hölle – Schwarze unterm Hakenkreuz" widmet sich die ARD einer bislang wenig beachteten Episode der NS-Zeit. Das Dokudrama erzählt die bewegende Lebensgeschichte des afro-karibischen Seemanns Lionel Romney, der 1944 ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurde und dort nur knapp überlebte. Im Mittelpunkt steht zugleich die Spurensuche seiner Tochter Mary. Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg vertraute ihr der Vater erstmals seine Erinnerungen an. Ausgehend von diesen Erzählungen reist Mary Romney von der Karibik über Italien bis nach Österreich und rekonstruiert die Stationen eines Lebens, das von Hoffnung, Krieg und Verfolgung geprägt war.
Lionel Romney wurde 1912 in Santo Domingo geboren und wuchs auf Sint Maarten auf. Als junger Mann heuerte er auf einem Frachtschiff an, um die Welt kennenzulernen. Doch der Krieg machte seine Sehnsucht nach Freiheit zunichte: Sein Schiff wurde angegriffen und versenkt, Romney geriet in italienische Gefangenschaft und durchlief mehrere Lager, bevor er schließlich nach Mauthausen deportiert wurde. Dort überlebte er elf Monate, ehe amerikanische Truppen das Lager befreiten.
Das Dokudrama beleuchtet darüber hinaus die bislang wenig bekannte Situation Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus. Rassismus, koloniale Kontinuitäten, Zwangsarbeit und politische Willkür prägten ihre Lebenswirklichkeit. Lionel Romney steht dabei exemplarisch für zahlreiche Menschen, die verfolgt oder für Propagandazwecke missbraucht wurden.
ARD History: Vom Paradies in die Hölle – Schwarze unterm Hakenkreuz – Mo. 05.10. – ARD: 23.40 Uhr