Energiekrise und Inflation fordern ihren Tribut: Nicht nur an Zapfsäulen oder in Lebensmittelläden braucht man einen immer dickeren Geldbeutel, auch die Mieten sowie die Nebenkosten schießen in die Höhe. Was heißt das für Geringverdiener, für junge Familien oder Rentner?
Der Anstieg der Verbraucherpreise und Lebenshaltungskosten scheint in Deutschland weiter unaufhaltsam: Die Inflation wirkt sich nicht nur auf die Preisschilder in den Läden oder auf die Tankrechnungen aus. Selbst das Grundbedürfnis zu bedienen, ein Dach über dem Kopf zu haben, wird nun zur Herausforderung für viele Bürgerinnen und Bürger. Wird Wohnen zum Luxus? Die ZDF.reportage "Wenn das Geld nicht reicht – zum Wohnen" von den Filmemachern Oliver Koytek und Jovanna Weber gibt verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten eine Stimme: Die negativen Auswirkungen der aktuellen Krise in Folge des Ukraine-Kriegs auf das Privatleben und mithin auch der persönlichen Wohnsituation sind enorm.
Vor allem Studierende, Rentner und junge Familien leiden unter den steigenden Nebenkosten zusätzlich zur Miete. Hegt man den Wunsch, umzuziehen, wird man mit der knallharten Realität schwindenden Wohnraums konfrontiert. Kathrin und Patrik S. sind Eltern von fünfjährigen Zwillingen und bemühen sich darum, in Duisburg und Umgebung eine vier-Zimmer-Wohnung zu finden, um den Kindern im Rahmen der Einschulung ein stabiles soziales Umfeld zu ermöglichen. Seit einem Jahr durchkämmen sie bereits Anzeigen oder Portale. Kathrin resümiert traurig: "Große Wohnungen werden selten zur Miete angeboten. Und häufig sagen mir die Vermieter bereits am Telefon, die Wohnung sei nur für zwei Personen geeignet." Da scheint auch Patricks neuer, besser bezahlter Job in der Industrie nicht den Ausschlag zur Besserung geben zu können.
Die steigende Inflationsrate spüren vor allem Geringverdiener wie Azubis oder Studierende. Tamikas Semesterbeginn sitzt ihr im Nacken, und bei Samuel häufen sich die Zugfahrkosten, die er als Pendler stetig am Monatsende zu verbuchen hat. Das Paar aus Bremerhaven sucht in Osnabrück nach einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Über eine Einbauküche würden sie sich freuen. "Wir können 800 Euro warm ausgeben. Weil die Nebenkosten immer weiter steigen, mussten wir unsere Wohnwünsche schon deutlich reduzieren", erklärt Tamika.
"Es ist schrecklich, wenn man jahrzehntelang in der Wohnungslosenhilfe gearbeitet hat, und plötzlich denkt man: Mit ein bisschen Pech wirst du selbst bald zum Klienten", sieht Ralf B. den harten Tatsachen ins Auge. Der Rentner müsse sich nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin verkleinern, da die geräumige Drei-Zimmer-Wohnung in Köln-Mühlheim für ihn kaum mehr erschwinglich sei.
Die Reportage im Sonntagvorabend-Programm deckt auf: Mitunter stehen Schicksale dieser Art stellvertretend für die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland. Mit dem Thema "Wohnen" beschließt ZDF die Reportage-Reihe "Wenn das Geld nicht reicht".
"Wenn das Geld nicht reicht – zum Wohnen" – So. 13.11. – ZDF: 18.00 Uhr