Wilsberg
11.11.2017 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Dustin Jörgereit (Rick Okon, l.), DJane Sandy (Jytte-Merle Böhrnsen) und Markus Appeldorn (Anton Rubtsov) haben eine Holzhütte im Wald entdeckt. Hält der Entführer sein Opfer hier versteckt?
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Um sich im Wald zu orientieren, vertraut Overbeck (Roland Jankowsky) voll auf die Ansagen seines Navigationsgerätes.
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Anna Springer (Rita Russek) und ihr Assistent Overbeck (Roland Jankowsky) verfolgen die aktuellen Geschehnisse auf einem Tablet.
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Die ehemalige Profilerin Hiltrud Appeldorn (Nina Petri) hat damals von dem Serienmörder, der nun erneut ein Mädchen entführt hat, ein Täterprofil erstellt. Wilsberg (Leonard Lansink) hofft auf ihre Unterstützung.
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DJane Sandy (Jytte-Merle Böhrnsen) bemerkt, dass im Netz ein neues Video von der entführten Schülerin aufgetaucht ist. Markus Appeldorn (Anton Rubtsov, l.) und Ekki (Oliver Korittke) schauen ihr gespannt über die Schalter.
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Am Horsthauser Landweg - auch "Straße der Tränen" genannt - sind in der Vergangenheit Schülerinnen nach einem Discobesuch entführt und drei Tage später ermordet worden. Kann Wilsberg (Leonard Lansink) den Serienmörder dieses Mal rechtzeitig ermitteln?
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Wilsberg (Leonard Lansink) und Alex (Ina Paule Klink) fragen sich, ob ihr Freund Ekki undercover als Barkeeper überzeugen wird.
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Ekki (Oliver Korittke, l.) gibt sich als Barkeeper aus, um im Club "Ground Control" undercover zu ermitteln.  Doch Wilsberg (Leonard Lansink) und Alex (Ina Paule Klink) sind skeptisch, ob die Tarnung hält. 


Ekki Talkötter (Oliver Korittke), Georg Wilsberg (Leonard Lansink) und Alex Holtkamp (Ina Paule Klink) im Club "Ground Control".
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Hint
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Frivoles Spiel im Internet

Von Wilfried Geldner

Eine junge Frau wurde entführt – so wie zwei weitere vor Jahren. Die hatte der Täter damals nach drei Tagen umgebracht. Für Wilsberg und seine Freunde beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Auch nach 20 Jahren, in denen uns Leonard Lansink bisher den Wilsberg machte, wird er immer mal wieder gefragt, wie lange er das noch so halten wolle – und ob er nicht Angst vor der berühmten "Schublade" habe und da auch mal wieder heraus wolle. Lansink zitiert dann gern den Satz einer PR-Dame, die mal zu ihm gesagt habe: "Um aus einer Schublade herauszukommen, musst du erst mal in einer drin sein!" Soll heißen, Lansink, mittlerweile 61, fühlt sich äußerst wohl in seiner Samstags-Schublade. Auch nach 20 Jahren "Wilsberg" im ZDF will er "weitermachen, so lange ich reden und denken kann". In seinem 55. Fall, "Straße der Tränen", wird der Antiquar vor allem mit einer Jugend konfrontiert, die dem Internet huldigt – und das reichlich gedankenlos. Es ist Wilbergs Sicht, und sie passt zu ihm wie angegossen.

Analog gegen digital, einsamer und umsichtiger Wolf gegen vorauseilende Computer-Kids – so ungefähr lauten die Gegensätze, die sich im neuen "Wilsberg" gegenüberstehen. Wenn dann auch noch Wilsbergs Antipodin, die Hauptkommissarin Anna Springer (Rita Russek), auf ihr "Bauchgefühl" pocht und ihre konservative Sicht der Dinge hinzufügt, ist die Devise "Mehr Spaß als Spannung" wieder einmal programmiert.

Emelie Boll, eine junge Frau, wurde nach einem Clubabend entführt – so wie zwei weitere Frauen vor zwei Jahren. Und weil eben diese nach jeweils drei Tagen ermordet wurden, beginnt für Wilsberg & Co. ein Kampf gegen die Zeit. Denn es scheint ganz so, als hätte der Serienmörder von damals wieder zugeschlagen. Ausgerechnet Wilsbergs Freund und Helfer Ekki (Oliver Korittke) wurde aber gesehen, wie er Emilie als Tramperin im Auto nach Hause fuhr. Unter dem eilends ins Internet gestellten Hashtag "#woistemelie" scheint der Fall für viele Follower schnell geklärt: Ekki war's. Gleich wird denn auch auf Ekkis Karre ein weißes "M" gepinselt – ganz wie im Fritz-Lang-Fim "M – Eine Stadt sucht einen Mörder". Ein etwas hoch gegriffenes Zitat.

An Ekkis Schuld können allerdings weder Wilsberg noch die Kommissarin Springer glauben. Doch während Wilsberg mit einem ganzen Pulk Internet-Freaks gemeinsame Sache macht, um den Täter zu finden, wendet sich die Kommissarin von dieser Strategie mit Verachtung ab. Erst recht ist ihr zudem eine Kriminalpsychologin suspekt, die schon damals ein Täterprofil entwickelt hat, das sich aus den üblichen Attributen zusammensetzt: Freude an Gewalt und Machtdemonstration attestierte sie dem Täter, der im privaten Umfeld eher zurückhaltend wirke. An den Videofilmen, die der Täter ins Internet stellt, ist das alles auch für den Laien zu erkennen.

Es hängen dann, mit oder ohne Internet, noch manche falschen Fische am Haken. Und es dauert, bis der Münsteraner Privatdetektiv und Antiquar Wilsberg endlich zu einer kleinen finalen Moralpredigt ansetzen kann. Ob es nicht besser wäre, sich ganz analog an die Umwelt zu wenden, wenn man sich verachtet und ausgeschlossen fühle, statt sich in die Untiefen des world wide web zu begeben, fragt er nicht ohne Grund. Darin schwingt fraglos auch Wilsbergs Sehnsucht mit, dass das ganz reale Leben, ohne Hashtags und zweifelhafte Internet-Nerds wieder Platz greifen möge. Einfach wieder mit guten Freunden recherchieren, der eigenen Nase nach, und bombensicher den Wettlauf mit der hassgeliebten Berufskommissarin gewinnen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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