Wir haben Brecht

  • Brecht (Tom Schilling) erwartet mit Spannung die Premiere seiner "Dreigroschenoper". Vergrößern
    Brecht (Tom Schilling) erwartet mit Spannung die Premiere seiner "Dreigroschenoper".
    Fotoquelle: WDR / Stefan Falke
  • Der Jahrmarkt in Augsburg, "Plärrer" genannt: Brecht (Tom Schilling) genießt die Zeit mit seiner Freundin, der Schülerin Paula Banholzer (Mala Emde). Vergrößern
    Der Jahrmarkt in Augsburg, "Plärrer" genannt: Brecht (Tom Schilling) genießt die Zeit mit seiner Freundin, der Schülerin Paula Banholzer (Mala Emde).
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Über der Wohnung der Eltern hat sich Brecht (Tom Schilling) schon früh ein eigenes Reich eingerichtet. Vergrößern
    Über der Wohnung der Eltern hat sich Brecht (Tom Schilling) schon früh ein eigenes Reich eingerichtet.
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Die Opernsängerin Marianne Zoff (Friederike Becht) verrät dem jungen Schriftsteller Brecht (Tom Schilling) in ihrer Garderobe im Augsburger Stadttheater ein Geheimnis: "Ich bin schwanger." Vergrößern
    Die Opernsängerin Marianne Zoff (Friederike Becht) verrät dem jungen Schriftsteller Brecht (Tom Schilling) in ihrer Garderobe im Augsburger Stadttheater ein Geheimnis: "Ich bin schwanger."
    Fotoquelle: WDR / Stefan Falke
  • Brecht (Tom Schilling) schreibt und komponiert die "Legende vom toten Soldaten". Vergrößern
    Brecht (Tom Schilling) schreibt und komponiert die "Legende vom toten Soldaten".
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Paula Banholzer (Mala Emde) zieht mit Brecht (Tom Schilling) den gemeinsamen Sohn Frank in einem kleinen Wagen hinter sich her. Sie sind in Kimratshofen im Allgäu, weit weg von Augsburg. Hier musste die Schülerin Paula das Kind heimlich zur Welt bringen, "wegen der Schande". Vergrößern
    Paula Banholzer (Mala Emde) zieht mit Brecht (Tom Schilling) den gemeinsamen Sohn Frank in einem kleinen Wagen hinter sich her. Sie sind in Kimratshofen im Allgäu, weit weg von Augsburg. Hier musste die Schülerin Paula das Kind heimlich zur Welt bringen, "wegen der Schande".
    Fotoquelle: WDR / Stefan Falke
  • Mit einem Potpourri aus Brecht-Songs, die er vertont hat, zeigt der junge Komponist Kurt Weill (Oskar Olivo, rechts) sein Können. Brecht (Tom Schilling) hat ihn in die "Dreigroschenoper"-Produktion geholt. Vergrößern
    Mit einem Potpourri aus Brecht-Songs, die er vertont hat, zeigt der junge Komponist Kurt Weill (Oskar Olivo, rechts) sein Können. Brecht (Tom Schilling) hat ihn in die "Dreigroschenoper"-Produktion geholt.
    Fotoquelle: WDR / Stefan Falke
  • Brecht (Tom Schilling) hat von einem jungen Theaterdirektor in Berlin eine große Chance bekommen: eine Premiere. Vergrößern
    Brecht (Tom Schilling) hat von einem jungen Theaterdirektor in Berlin eine große Chance bekommen: eine Premiere.
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  • Tom Schilling spielt den jungen Bertolt Brecht. Vergrößern
    Tom Schilling spielt den jungen Bertolt Brecht.
    Fotoquelle: WDR / Stefan Falke
  • Heinrich Breloer begibt sich ins einem Dokudrama auf die Spuren des deutschen Dramatikers Bertolt Brecht (Bild). Vergrößern
    Heinrich Breloer begibt sich ins einem Dokudrama auf die Spuren des deutschen Dramatikers Bertolt Brecht (Bild).
    Fotoquelle: WDR / Interfoto
  • Elisabeth Hauptmann, Brechts Sekretärin und Geliebte (Leonie Benesch), hat für ihren Chef (Tom Schilling) wieder mal eine Idee mitgebracht. Vergrößern
    Elisabeth Hauptmann, Brechts Sekretärin und Geliebte (Leonie Benesch), hat für ihren Chef (Tom Schilling) wieder mal eine Idee mitgebracht.
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Sommer 1928: Premiere der "Dreigroschenoper" im Theater am Schiffbauerdamm. Der Schauspieler Harald Paulsen (Ole Eisfeld) singt als Mackie Messer zusammen mit Tiger Brown den "Kanonen Song", einen Gassenhauer, der das Premieren-Eis bricht und die Zuschauer zu Beifallsstürmen hinreißt. Vergrößern
    Sommer 1928: Premiere der "Dreigroschenoper" im Theater am Schiffbauerdamm. Der Schauspieler Harald Paulsen (Ole Eisfeld) singt als Mackie Messer zusammen mit Tiger Brown den "Kanonen Song", einen Gassenhauer, der das Premieren-Eis bricht und die Zuschauer zu Beifallsstürmen hinreißt.
    Fotoquelle: WDR / Stefan Falke
  • Burghart Klaußner übernahm die Rolle des Bertolt Brecht im zweiten Teil des Doku-Dramas, das von den Jahren 1940 bis 1956 im Leben Brechts erzählt. Vergrößern
    Burghart Klaußner übernahm die Rolle des Bertolt Brecht im zweiten Teil des Doku-Dramas, das von den Jahren 1940 bis 1956 im Leben Brechts erzählt.
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Isot Kilian (Laura de Boer), Wolfgang Harichs Frau und seit Jahren Mitarbeiterin am Berliner Ensemble, hat sich entschlossen, auf Brechts (Burghart Klaußner) Werben einzugehen. Vergrößern
    Isot Kilian (Laura de Boer), Wolfgang Harichs Frau und seit Jahren Mitarbeiterin am Berliner Ensemble, hat sich entschlossen, auf Brechts (Burghart Klaußner) Werben einzugehen.
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Ein letztes Gespräch vor der Premiere von "Mutter Courage und ihre Kinder" in Helene Weigels (Adele Neuhauser) Garderobe. Brecht (Burghart Klaußner) ist unsicher, wie die Zuschauer das Stück aufnehmen werden. Vergrößern
    Ein letztes Gespräch vor der Premiere von "Mutter Courage und ihre Kinder" in Helene Weigels (Adele Neuhauser) Garderobe. Brecht (Burghart Klaußner) ist unsicher, wie die Zuschauer das Stück aufnehmen werden.
    Fotoquelle: WDR / Michael Praun
  • Moskau, Swerdlow-Saal des Kreml, 15. Mai 1955: Brecht (Burghart Klaußner, Mitte) hat den Stalin-Friedenspreis bekommen. Vergrößern
    Moskau, Swerdlow-Saal des Kreml, 15. Mai 1955: Brecht (Burghart Klaußner, Mitte) hat den Stalin-Friedenspreis bekommen.
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Brecht (Burghart Klaußner)verfasst ein Gedicht über seine Jugendliebe Paula Banholzer. Vergrößern
    Brecht (Burghart Klaußner)verfasst ein Gedicht über seine Jugendliebe Paula Banholzer.
    Fotoquelle: WDR / Nik Konietzny
  • Im Probenhaus des Berliner Ensembles probt Brecht (Burghart Klaußner, links) "?Der Hofmeister"?, eine Komödie von J. M. R. Lenz aus der Zeit des Sturm und Drang. Vergrößern
    Im Probenhaus des Berliner Ensembles probt Brecht (Burghart Klaußner, links) "?Der Hofmeister"?, eine Komödie von J. M. R. Lenz aus der Zeit des Sturm und Drang.
    Fotoquelle: WDR / Stefan Falke
  • ARTE und ARD zeigen nach dem Zweiteiler "Brecht" die Dokumentation "Brecht und das Berliner Ensemble - Erinnerungen an einen Traum". Filmemacher Heinrich Breloer traf unter anderem die Schauspielerin Regine Lutz. Vergrößern
    ARTE und ARD zeigen nach dem Zweiteiler "Brecht" die Dokumentation "Brecht und das Berliner Ensemble - Erinnerungen an einen Traum". Filmemacher Heinrich Breloer traf unter anderem die Schauspielerin Regine Lutz.
    Fotoquelle: Jan Betke / Bavaria Fiction
Report, Themenabend
Episches Fernsehen
Von Eric Leimann

Infos
Filmreihe
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
arte
Fr., 22.03.
20:15 - 21:45


Heinrich Breloer, Erfinder des Dokudramas, widmet sich mit 77 Jahren seinem Lieblingsdichter Bertolt Brecht. Ein grandioses Alterswerk.

Zugegeben, Bertolt Brecht ist derzeit nicht besonders "hip". Das bekam auch Heinrich Breloer zu spüren, der mit TV-Meilensteinen wie "Todesspiel" (1997) oder "Die Manns – Ein Jahrhundertroman" (2001) das Format Dokudrama erfand und perfektionierte. Mittlerweile ist Breloer 77 Jahre alt und schuftete etwa zehn Jahre an der Realisierung seines Alterswerkes. Die Finanziers, so hört man, standen nicht gerade Schlange. Trotzdem verschlägt einem der 180 Minuten lange Zweiteiler "Brecht", der bei ARTE jetzt in einem Rutsch ausgestrahlt wird (wie auch in der ARD am Mittwoch, 27. März, 20. 15 Uhr) den Atem.

In Film eins sieht man dem jungen Brecht (Tom Schilling) bei seinem Weg nach oben sowie bei zahlreichen Liebschaften zu. "Die Liebe dauert oder dauert nicht", heißt dieser virtuelle erste Teil, der im Kaiserreich und vor allem während der Jahre der Weimarer Republik spielt, in denen es Brecht aus dem heimischen Augsburg über München in die pulsierende Kulturmetropole Berlin zieht. Die Passagen dieses Erzählkapitels haben fast ein bisschen "Babylon Berlin"-Flair.

Nach einem weitgehenden Aussparen der Nazi-Zeit, die Brecht in unterschiedlichen Exilen verbrachte – unter anderem in den USA -, kehrt in Teil zwei ("Das Einfache, das schwer zu machen ist") der ältere Bertolt Brecht auf die Dokudrama-Bühne zurück, nun dargestellt von Burghart Klaußner ("Das weiße Band"). In seinem komplexen Porträt zeichnet Breloer das Bild eines widersprüchlichen Mannes. Überrascht dürften jene Zuschauer sein, die mit dem 1956 im Alter von 58 Jahren Verstorbenen nur einen "linken" Dichter mit Zigarre verbinden, dessen seltsam moralische Literatur man in der Schule studieren musste.

Breloer zeigt Brecht, mit dem er sich bereits in seiner Frühzeit als TV-Journalist beschäftigte – die Aufnahmen mit den damals noch lebenden Zeitzeugen sorgen für faszinierende Bilder -, als Frauenhelden und selbstbewussten, aber auch sensiblen Künstler mit großem Erfolgshunger. Brecht, der Polyamoröse, der mehrfach diverse Liebesbeziehungen gleichzeitig lebte, nimmt einen breiten Raum in Breloers Erzählung ein.

Meister der Montage

"Keiner beherrscht die Kunst der Schnittmontage so wie Heinrich Breloer, weil sie bei ihm eben nie rein illustrativ ist, sondern immer reflektierende Funktion hat", sagt ARD-Programmdirektor Volker Herres über die Qualität des Filmemachers Heinrich Breloers. Und tatsächlich, die Montage des Altmeisters, die Verknüpfung zwischen Inszeniertem, Dokumentarischem und Interviewpassagen mit Brecht-Kennern, weist eine Qualität auf, die man heute in den gegenüber Fiction meist kostengünstigen Dokuformaten nicht mehr kennt.

Wenn im zweiten Teil Brechts schwierige Beziehung zur jungen DDR zum wichtigen Thema wird, seziert Breloer Brecht sensibel zwischen kommunistischem Idealismus, persönlichen Eitelkeiten und Enttäuschungen sowie mit zunehmender Frustration über den ersten kommunistischen Staat auf deutschem Boden. Gerade in Hälfte zwei des epischen Fernsehstücks erfährt der Zuschauer eine Komplexitätsstufe im Zusammenspiel zwischen dem Dichter, seinen Anhängern, Geliebten und "dem System", die einen zusammen mit den hochwertig ausgestatteten Bilder (Edgar Reitz' "Heimat"-Kameramann Gernot Roll) in dieses Meisterwerk des biografischen Dokufernsehens hineinzieht.

Wem in "Brecht" zu wenig Theater vorkommt, obwohl man den Kultdichter schon des Öfteren bei der engagierten Inszenierung seiner Stücke zusehen kann, darf in der nachfolgenden Doku "Brecht und das Berliner Ensemble – Erinnerungen an einen Traum" (23.20 Uhr bei ARTE) tiefer in Genre und Machtart des von Brecht erfundenen "Epischen Theaters" einsteigen. Dieselbe Doku läuft auch am Abend der ARD-Ausstrahlung, dann allerdings erst nach den "Tagesthemen", um 23.40 Uhr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst


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