Wir lieben das Leben
26.04.2018 • 20:15 - 21:45 Uhr
TV-Film, TV-Komödie
Lesermeinung
Der ehemalige Oberst Max Schellinger (Günther Maria Halmer, l.) beeindruckt Emil (Claude Heinrich, r.) mit seinen alten Berufserlebnissen.
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Die Lehrerin Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller, r.) wird vom Schuldirektor Günther Sigmund Gerngross (Alexander Beyer, l.) an ihrem erstem Arbeitstag überrascht. Sie soll Musik unterrichten, obwohl das gar nicht ihr Fach ist.
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Charlie (Jamica Blackett, M.) singt die Leadstimme des Songs "Ich liebe das Leben" bei der Schulaufführung in der Aula. Die anderen Schüler (v.l.n.r.: Ricco Jarret, Maja Fejfar, Simeon Großer) tanzen zu der modernen Liedinterpretation.
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Im Zimmer des Seniorenheims steht Emil (Claude Heinrich, M.) zwischen Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller) und Max Schellinger (Günther Maria Halmer, r.) und ist sehr irritiert, dass sich Vater und Tochter so streiten.
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Max Schellinger (Günther Maria Halmer, l.), Emil (Claude Heinrich, M.) und Mechthild Singer (Hildegard Schmahl, r.) haben eine Idee, wie sie Maria und der Schule helfen können und hoffen, in der Seniorenresidenz auf Begeisterung zu stoßen.
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Max Schellinger (Günther Maria Halmer) ist nach dem Streit mit seiner Tochter doch recht mitgenommen, weiß aber keinen Weg zur Versöhnung.
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Mechthild Singer (Hildegard Schmahl) ist eben so ungern in der Seniorenresidenz wie Max Schellinger - ob sie sich mit ihm anfreundet?
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Die Lehrerin Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller) ist noch verzweifelt, was ihre neue Musikklasse 10 A betrifft. Keiner will Musik machen!
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Frau Mahlke (Daphna Rosenthal), Max Schellinger (Günther Maria Halmer, M. stehend), Mechthild Singer (Hildegard Schmahl, l. daneben sitzend) und Emil (Claude Heinrich, r. neben Max stehend) sind mit den anderen Senioren bereit, in der Kantine der Schule den Schülern gesundes und frisches Mittagessen auszugeben.
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Bongo (Mohamed Issa), Moritz (Taddeo Kufus), Finn (Ludwig Simon), Milly (Valerie Stoll), "Tröte" (Gustav Schmidt) und Nele (Melina Fabian) (v.l.n.r.) fiebern hinter der Bühne mit ihrer Lehrerin Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller, r.) ihrem großen Gesangs- und Tanz-Auftritt entgegen.
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Günther Sigmund Gerngross (Alexander Beyer) blickt aufgrund der vielen Lehrerausfälle und des fehlenden Budgets besorgt auf das neue Schuljahr.
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In der Pause hängen Stella (Ella Morgen, l. am Tisch sitzend), Bongo (Mohamed Issa), Finn (Ludwig Simon) und Charlie (Jamica Blackett, r. mit Gitarre) in der Schulkantine ab und erwarten die Rückkehr von "Tröte".
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Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller, M.), Milly von Schöndorn (Valerie Stoll, l. daneben), Charlie (Jamica Blackett, r. daneben) und die gesamte Klasse der 10A nehmen nach ihrer Vorführung des Liedes "Ich liebe das Leben" begeistert den Applaus des Publikums entgegen.                                                       V.l.n.r.: Cäcilie Fieleke, Mary Brennan, Taddeo Kufus, Ludwig Simon, Valerie Stoll, Melina Fabian, Petra Schmidt-Schaller, Jamica Blackett, Ekaterina Kharmats, Ella Morgen, Mohamed Issa, Maja Fejfar, Gustav Schmidt, unten: Simeon Großer und Ricco-Jarret Boateng).
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Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller, l.) bewegt "Tröte" (Gustav Schmidt, r.) dazu, wieder in die Schule zu kommen.
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Der ehemalige Oberst Max Schellinger (Günther Maria Halmer) wurde von seiner Tochter gegen seinen Willen in einer Seniorenresidenz bei Berlin untergebracht.
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Hint
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
TV-Film, TV-Komödie

Bootcamp fürs Herz

Von Markus Schu

Aushilfslehrerin Maria (Petra Schmidt-Schaller) soll mit ihrer Chaos-Klasse einen Song einstudieren – dabei hat sie von Musik keine Ahnung. Das schlechte Verhältnis zu ihrem Vater macht ihr ebenfalls zu schaffen ...

Das Leben von Maria Kowalke (Petra Schmidt-Schaller) steht vor dem Umbruch: Die frisch getrennte Mittdreißigerin verfrachtet ihren Vater Max Schellinger (Günther Maria Halmer) in eine Seniorenresidenz mit Seeblick, sie selbst zieht in eine Altbauwohnung mit U-Bahn-Blick. Zu ihrem Erzeuger hat sie kein gutes Verhältnis – und sie zeigt auch keinerlei Ambitionen, daran etwas zu ändern. Immerhin kann sie einen neuen Job als Aushilfslehrerin ergattern. Statt Kunst muss Maria aber eine zehnte Klasse in Musik unterrichten. Sherry Hormann erzählt in ihrer Tragikomödie "Wir lieben das Leben" von einer jungen Frau, die mit dem Leben und mit sich selbst ins Reine kommen will, und von einem Vater, der die Fehler der Vergangenheit wiedergutzumachen versucht. Zumeist gelingt das unverkitscht, mitunter aber auch ziemlich gehetzt.

Maria und ihre chaotische Schulklasse sollen den Vicky Leandros-Hit "Ich liebe das Leben" für eine Benefizgala einstudieren. Eine Mammutaufgabe für die Pädagogin und ihre Schützlinge, die wahrlich keine Engel sind. Hinzukommt das schwierige Verhältnis zwischen Maria und Max: Weil der ehemalige Oberst die Familie einst verließ, existieren tiefe Risse zwischen Vater und Tochter. "Ich will nicht so werden wie du", schleudert Maria ihrem alten Herrn entgegen.

Was die beiden Sturköpfe eint, ist die Eigeninitiative: Natürlich kümmert sich Maria irgendwann liebevoll um ihre Schüler. Sie will ihnen etwas beibringen und das Projekt stemmen – und zwar diszipliniert! Mit Disziplin kennt sich auch ihr Vater gut aus: "Einmal Oberst, immer Oberst", sagt er gleich zu Beginn. Er lernt die im Rollstuhl sitzende Mechthild (Hildegard Schmahl) im Pflegeheim kennen. Statt auf den Tod zu warten, beschließen die beiden, sich für das Wohlergehen der Schule einzusetzen – und damit auch für Maria.

"Wir lieben das Leben" hat für keine seiner Nebenhandlungen genügend Zeit, hastet stets zum nächsten Brennpunkt und erzählt seine Konflikte nie ganz aus. Mit den zahlreichen dramaturgischen Baustellen bleibt Regisseurin Hormann ("Wüstenblume") zwar hinter ihren Möglichkeiten zurück, doch was ihr famos gelingt, ist der herzerwärmende musikalische Schlusspunkt, der für vieles entschädigt.

Ohnehin fasst das musikalische Leitmotiv den ganzen Film über all das zusammen, wofür narrativ keine Zeit bleibt. Auch die Hauptdarsteller begeistern: Petra Schmidt-Schaller gibt emotional alles – sie schreit, weint, leidet und kämpft. Günther Maria Halmer hingegen überzeugt als stoischer, aber langsam auftauender Gefühlskrüppel. Im Endeffekt verzeiht man dem Film dann sogar seine Konstruiertheit, diverse holprige Dialoge, die Klischee-Schüler und sogar die allzu rasche Abhandlung der Musikproben. Die Vermeidung von allzu kitschiger Harmonie im Finale garantiert einen sehenswerten TV-Film – trotz zerfahrener Geschichte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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