Wir waren fleißig! Ihr seid faul?
03.09.2024 • 20:15 - 21:00 Uhr
Gespräch, Gesellschaft + Soziales
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Originaltitel
Wir waren fleißig – Ihr seid faul? Der große Generationen-Streit
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Gespräch, Gesellschaft + Soziales

Faule Gen Z gegen rücksichtslose Boomer? Wenn Promis den Generationen-Streit ausfechten

Von Maximilian Haase

Die einen wollen nicht arbeiten, die anderen haben das Klima zerstört: Viele Vorurteile kursieren zwischen Gen Z und Boomern. Zeit für einen Schlagabtausch: Unter dem Motto "Wir waren fleißig! Ihr seid faul?" lädt das Zweite Promis wie Désirée Nick und Roman Lochmann zum "Generationen-Streit".

Wenn es eine Sache gibt, auf die sich in diesen polarisierenden Zeiten viele einigen können, dann diese: Die Kluft zwischen den Generationen könnte größer kaum sein, und die Spaltung der Gesellschaft zeigt sich am Konflikt zwischen Babyboomern und Gen Z am deutlichsten. Politisch, medial und insbesondere im Internet wird der angebliche Clash der Generationen jedenfalls genüsslich ausgespielt und von zahllosen Vorurteilen begleitet: Die Jungen seien faul und anspruchsvoll, sagen die einen. Die Älteren wären rücksichtslos und hätten das Klima zerstört, behaupten die anderen. Doch was ist wirklich dran an den Klischees? "Der große Generationen-Streit" im ZDF will die gegenseitigen Zuschreibungen im Schlagabtausch zwischen sechs Promis zumindest hinterfragen – und re-inszeniert den Konflikt dabei natürlich unter dem Titel "Wir waren fleißig! Ihr seid faul?" abermals.

Das Konzept des Programms scheint immerhin überaus unterhaltsam: Je drei prominente Vertreterinnen und Vertreter jeder Generation treffen in heimeliger Atmosphäre aufeinander, um leidenschaftlich zu diskutieren. Die sogenannten Boomer werden vertreten von Moderator Frank Buschmann, Unternehmerin Dagmar Wöhrl und Schauspielerin Désirée Nick, während Musiker Roman Lochmann, Influencerin Isabelle Vivianne und Podcasterin Yasmine M'Barek die junge Generation Z repräsentieren.

Bei Wein und Snacks geht es am runden Studioesszimmertisch um alles – von Politik über Sprache und Klima bis Arbeit. Was trennt die beiden Generationen tatsächlich? Und wo liegen sie gar nicht so weit auseinander? Im Format von Maik Gizinski, Juliane Kussmann und Torben Schmidt treffen Meinungen brachial aufeinander, werden Vorurteile schonungslos auseinandergenommen – nicht unbedingt mit sozialwissenschaftlicher Expertise, dafür umso mehr aus eigener Erfahrung und mit einigem Augenzwinkern.

"Wir Älteren halten den Laden am Laufen"

Viele der Debatten, die sich online und im Alltag zwischen Freunden und Familie abspielen, drehen sich um den Konflikt zwischen Gen Z und Boomern: Also einerseits die Jahrgänge von 1995 bis 2010, die derzeit oft im Mittelpunkt stehen; andererseits die von Anfang der 50er- bis Mitte der 60er-Jahre Geborenen, die gesellschaftlich viele Machtpositionen innehaben und nun langsam aber sicher in Rente gehen – meist nach einem langen Arbeitsleben. Womit eines der wichtigsten Streitthemen zwischen den sechs Promis aus der Unterhaltungs- und Medienbranche schon gesetzt wäre: die liebe Arbeitsmoral und der Wohlstand des Landes.

"Wir mussten erst leisten, um uns etwas zu gönnen", blickt Frank Buschmann, 59, zurück. Über die "bequeme" Jugend klagt er: "Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob viele dazu bereit sind, Entbehrungen in Kauf zu nehmen, sich wirklich den Hintern aufzureißen, weil sie einen Traum haben." Mit "Work-Life-Balance" und jungen Kollegen, die während der Arbeitszeit im Netz surfen wollen, kann auch die 70-jährige Dagmar Wöhrl nicht viel anfangen. Sie fordert Respekt für ihre Generation, die schließlich den Wohlstand geschaffen habe – und erhält Beistand von der drei Jahre jüngeren Désirée Nick: "Wir Älteren halten den Laden am Laufen", weiß die Kabarettistin.

"Wir werden uns kein Eigenheim leisten können"

Die Generation Z hält dagegen: "Es ist nicht so, dass unsere Generation keinen Bock auf Arbeit hat", versucht sich Ex-"Lochis"-Musiker Roman Lochmann, 25, an der Aufklärung eines besonders hartnäckigen Klischees: "Sondern es geht uns um Werte. Darum, nicht das Leben mit Arbeit zu füllen, sondern die Arbeit, auf die wir Bock haben, mit Leben zu füllen." Auch die 26-jährige Influencerin Isabelle Vivianne macht ihrem Ärger über die Vorurteile der Boomer Luft: "Wir werden uns kein Eigenheim leisten können. Wir haben ein absolut unsicheres Rentenversprechen. Und trotzdem wird immer mit dem Finger auf uns gezeigt und gesagt, dass wir nicht genug leisten." Der Vorwurf der gelernten Tischlerin: "Ältere fordern viel, geben aber wenig zurück".

Ein weiterer Konfliktherd: Viele aus der Generation Z verbringen einen Großteil ihrer Zeit auf Social Media. Manche – so wie Vivianne – verdienen damit ihr Geld. Einige Boomer sehen hier ein Problem: "Das Schlimmste, was jungen Leuten passieren kann, die sich über Social Media definieren, dass einer kommt und den Stecker zieht", kritisiert Désirée Nick. Für sie sind TikTok und Co. außerdem mitverantwortlich für den Rechtsruck unter jungen Wählern. Die wiederum, vertreten von den drei Promis, sehen das Hauptproblem eher in einer steigenden Hoffnungslosigkeit. Eine Mehrheit der jungen Menschen, so zeigen es Umfragen, würden der Zukunft hierzulande pessimistisch entgegensehen.

Wie verträgt sich das mit Analysen wie jener von Journalistin Yasmine M'Barek (25), die darauf hinweist, wie politisch ihre Generation sei? Oder mit Erklärungsversuchen von Boomern wie Frank Buschmann? "Ihr seid in einer Welt groß geworden, wo manche Dinge einfach immer da waren", schießt der in Richtung der Jüngeren. "Und natürlich gewöhnen sich Menschen dann daran, wenn etwas immer da war." Und sind es nicht gerade auch die Boomer, die die sozialen Medien in Massen für sich entdeckt haben? Vielleicht, so zeigt es "Der große Generationen-Streit" im Zweiten, liegen die Dinge nicht immer so einfach, wie man denken könnte.

Wir waren fleißig! Ihr seid faul? – Di. 03.09. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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