Wegen eines Verfahrensfehlers wird der Drogendealer Carlito nach fünf Jahren Haft wieder auf freien Fuß gesetzt. Eigentlich sollte er noch 25 weitere absitzen, aber dem Gericht schwört er hoch und heilig, dass er fortan von Verbrechen nichts mehr wissen wolle. Was er sogar ernst meint. Aber das frühere Leben holt ihn rasch ein. Sein Anwalt hat einem Mafiaboß eine Million Dollar unterschlagen, und Carlito soll ihm aus der Patsche helfen...

Brian De Palmas intelligenter Gangsterfilm spielt in den Siebzigerjahren, die in ihrer ganzen grotesken Geschmacklosigkeit bis ins letzte Detail eingefangen werden. Insofern ist "Carlito's Way" auch als Zeitbild schlüssig und sehenswert. Interessant ist aber auch die dramaturgische Struktur. Einige Kritiker nahmen dem Film übel, dass er gleich zu Beginn das Ende verrät, dass also der ganz große Showdown keinerlei Spannung erzeugen könne. Doch mit der Vorwegnahme des Endes macht De Palma klar, dass es ihm darum geht, gerade die Unausweichlichkeit des Geschehens herauszustellen. Interessant ist nicht, was passiert, sondern warum es passiert.