Am Hofe einer dekadenten Comtesse wird die Dienstmagd Angélique Zeugin der frivolen Ausschweifungen der intriganten französischen Aristokratie. Nach de Selbstmord ihrer Schwester verlässt die selbstbewusste junge Frau das Schloss, um in einer Bauernspelunke zu arbeiten. Dort trifft sie eines Tages den charmanten Herzog de Savigny, der sie in die feine Pariser Gesellschaft einführt. Gemeinsam kommen die beiden schließlich einem Mordkomplott gegen König Ludwig XV. auf die Spur ...

Karl Kaeses inszenierte diesen aufwändig in Szene gesetzten, viel zu langen melodramatischen Kitsch-Zweiteiler mit prominenter Besetzung in Ludwigsburg, Mannheim und Schwetzingen. Allerdings hat das, was man hier sieht, nicht viel mit der historischen Wirklichkeit zu tun hat. Allein schon Bettina Zimmermanns Rollenname "Angélique" zeigt, dass man sich thematisch an der gleichnamigen, erfolgreichen Sechzigerjahre-Filmreihe mit Michèle Mercier orientierte. Das klischeehafte und oberflächliche Drehbuch lieferte die Autorin Brigitte Blobel, die auch die Vorlagen für Filme wie "Wie angelt man sich seinen Chef?", "Schatten der Erinnerung" oder "Der letzte Patriarch" verfasste.

Foto: HR/Degeto/Martin Menke