Etwas Einzelgängerisches hat Achim an sich, wenn er mit seinem Taxi durch Berlin kurvt, aber die Tage seines Lebens im Single-Haushalt sind gezählt. Denn als seine Ex-Frau stirbt, nimmt er den gemeinsamen Sohn Sven bei sich auf. Trotz bester Absichten fällt es Achim in der Folgezeit jedoch nicht leicht, eine Beziehung zu Sven aufzubauen. Zu lange hatte man keine enge Verbindung zueinander, zu verschlossen zeigt sich der wortkarge Teenager seinem Vater gegenüber. Ein guter Schüler ist Sven immerhin, und so ist Achim voller Zuversicht, dass sich alles mit der Zeit zum Positiven entwickelt. Tut es aber nicht. Der warmherzigen Lebensgefährtin von Achim, Julia, fällt als erster auf, dass mit Sven etwas nicht stimmt. Sie vermutet, dass der in sich gekehrte Junge homosexuell ist, aber bald schon soll Achim erfahren, was tatsächlich mit Sven los ist. Er hat pädophile Neigungen ...

TV-Allrounder Torsten C. Fischer ("Schimanski - Tod in der Siedlung", "Der Anwalt und sein Gast", "Doppeltes Dreieck") inszenierte hier nach dem Drehbuch von Karl-Heinz Käfer ("Mein Vater"). Fischer und Käfer, die schon die "Tatort"-Episode "Tatort - Minenspiel" miteinander realisierten, gelang ein Drama, das sowohl die Gefühlswelt des Vaters als auch des Sohnes sensibel auslotet. Die darstellerischen Leistungen der Hauptdarsteller sind durchgehend überzeugend, besonders der 1985 in Berlin geborene Sebastian Urzendowsky verleiht dem Drama mit seinem zurückhaltendem und unaufdringlichem Spiel eine hohe Authenzität. Der Darsteller, der seine Karriere - seinerzeit noch als Sebastian Schmidtke - in dem Jugendfilm "Paul Is Dead" (1998) begann, spielte danach unter anderem in Filmen wie "Tatort - Gewaltfieber", "Ein Leben lang kurze Hosen tragen", "Das blaue Wunder" und "Teufelsbraten".

Foto: WDR/T. Kost