Nachts auf den Straßen von Los Angeles. Mitten auf dem Highway wird Susans Wagen von einem anderen Fahrzeug gerammt. Die Therapeutin hat gerade noch Zeit, das Gesicht des Fahrers zu erkennen, bevor er in der Dunkelheit verschwindet. Von der Polizei erfährt Susan, dass die Insassen des Fluchtfahrzeugs einen Lebensmittelladen überfallen und drei Menschen ermordet haben. Mit ihrer Aussage nun hofft Lieutenant Tyrell, den lang gesuchten Killer Reeves, den Susan hinter dem Steuer erkannt hat, endlich dingfest machen zu können. Entsetzt muss Susan vor Gericht jedoch miterleben, wie die Anklage gegen den Mörder aus Mangel an Beweisen fallengelassen wird. Reeves wird wieder auf freien Fuß gesetzt und sinnt nun auf teuflische Rache. Mit Drohanrufen und Einbrüchen beginnt er, systematisch Susans Berufs- und Privatleben zu stören und treibt die verunsicherte Frau langsam in den Wahnsinn...

Die sadistische Jagd eines Killers auf die einzige Zeugin der Anklage steht im Mittelpunkt dieses professionell in Szene gesetzten Krimis, der mit albtraumhafter Spannung den Einbruch des Grauens in eine bürgerliche Existenz beschreibt. Die Selbstbewaffnung der Protagonistin, so konstatiert der Regisseur in seinem Film mit warnendem Blick auf den frei zugänglichen amerikanischen Waffenmarkt, führt dabei lediglich zu unkontrollierbaren Kurzschlussreaktionen und unnötigem Blutvergießen: Für das Krimigenre eine eher ungewöhnliche Botschaft, die Regisseur Green seinem Publikum hier nahe bringt. Verkaufen Filme wie "Ein Mann sieht Rot" doch - zumeist erfolgreich - eine gegenteilige Moral.