Joseph Trotta, ein junger Leutnant kleinbürgerlicher Herkunft, rettet Kaiser Franz Joseph von Österreich in der Schlacht von Solferino das Leben. Doch seine einfache und gerade Natur kann sich mit den Verdrehungen und Entstellungen von Tatsachen, wie sie politische Klugheit oftmals fordert, nicht abfinden, und er verlässt die Armee. Seinen Sohn Franz von Trotta lässt er zum Beamten erziehen. Dieser wird Bezirkshauptmann in einem kleinen mährischen Städtchen. Im Enkel soll wieder die militärische Tradition der Trottas fortgeführt werden: Carl Joseph wird Zögling einer Kavallerie-Kadettenschule ...

"Radetzkymarsch" gilt als eines der bedeutendsten Werke des Schriftstellers Joseph Roth (1894-1939), der die Familie von Trotta noch persönlich kannte. Diese brillant besetzte und gespielte dreiteilige Verfilmung dieses Romans sollte Axel Cortis letzte Regiearbeit bleiben - er starb noch während der Dreharbeiten am 29. Dezember 1993. Nach seinem Tod übernahm Kameramann Gernot Roll ("Friedrich Freiherr von der Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone") die Regie. Nach der gleichnamigen Musikkomödie (1958) von Géza von Bolváry und der gelungenen Radetzkymarsch (1965) von Michael Kehlmann ist dies die dritte und sicherlich beste Roth-Verfilmung, die 1995 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

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