Wer sich einmal im Gesicht von Corinna Harfouch verliert, kommt von ihrem Spiel nicht mehr los. Wie in der brillant gespielten Rolle der Lara Jenkins im Kinofilm "Lara", der schon vor dem offiziellen Start von der Kritik gefeiert, mit Preisen überhäuft wurde.

Lara feiert ihren sechzigsten Geburtstag und hätte eigentlich allen Grund zur Freude: Ihr Sohn Viktor (Tom Schilling) spielt an diesem Abend das erste wichtige Solo-Klavierkonzert seiner Karriere. Doch seine Mutter hat Viktor nicht eingeladen, obwohl sie die treibende Kraft hinter seinem musikalischen Werdegang war. Lara hätte wohl auch ein Wunderkind am Klavier werden wollen, war jedoch nie gut genug. So verwendete sie ihre ganze Energie auf die musikalische Ausbildung ihres Sohnes. Der lädt stattdessen seinen Vater Paul (Rainer Bock) und dessen neue Lebensgefährtin ein. Lara kauft kurzerhand die restlichen 20 Tickets des Konzertes und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Sie kämpft um einen gelungenen Abend – doch der Abend gerät ihr außer Kontrolle.

Regisseur Jan Ole Gerster, dessen Debüt "Oh Boy" (2012) zum gesamtdeutschen Indie-Kinohit avancierte, glückt mit "Lara" eine Milieu- und Charakterstudie, fein ausbalanciert zwischen tiefer Melancholie und trockenem Humor. Harfouch gelingt es, Lara zur Sympathieträgerin zu machen, obwohl sie unverzeihliche Dinge tut.

  • Titel: Lara
  • Kinostart: Donnerstag, 7.11.
  • Regie: Jan Ole Gerster
  • Darsteller: Corinna Harfouch, Tom Schilling
  • FSK: ab 0 Jahren