Früher dachte man, ADHS beträfe nur Kinder und Jugendliche. Ein Irrtum! Der Film von Michael McNamara belegt, dass auch Erwachsene das Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom haben.

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) gilt als häufigste psychiatrische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Die weltweite Häufigkeit von ADHS unter ihnen wird auf 5,3 Prozent beziffert. Als Symptome geben Ärzte immer wieder Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität an.

Doch leiden gerade Jungen, die in der Schule vielleicht öfter mal nicht still sitzen können oder wollen, wirklich gleich an der neurobiologischen Erkrankung? Einige Forscher bezweifeln das. Sie kritisieren, dass gerade das Medikament Ritalin seit Anfang der 1990er-Jahre zu früh und zu häufig verschrieben werde. Die Nebenwirkungen sind mitunter immens. Sie reichen von Schläfrigkeit bis hin zu Gewichtszunahme. In der Wissenschaftsdokumentation "ADHS – ein Leben lang" von Michael McNamara zeigen sich sogar spätere Folgen.

Mit Ritalin behandelten Patienten droht nicht selten eine psychische Abhängigkeit. Und das, obwohl das Medikament die eigentliche Erkrankung nicht "besiegen" konnte. So haben Verlaufsstudien gezeigt, dass bei 40 bis 80 Prozent der diagnostizierten Kinder die Störung auch in der Adoleszenz fortbesteht.

Im Anschluss an die Wissenschaftsdoku am Donnerstagabend bei 3sat diskutiert Gert Scobel über ein verwandtes Thema. Mit seinen Gästen nimmt er ab 21 Uhr "Trügerische Diagnosen" unter die Lupe. So werden manche vorübergehende Auffälligkeiten sehr schnell den weitverbreiteten Modekrankheiten zugeordnet, zum Beispiel ADHS oder Burnout.


Quelle: teleschau – der Mediendienst