Die ZDF-Reihe "Friesland" feiert ein kleines Jubiläum. Allerdings (fast) ohne Hauptdarstellerin Sophie Dal, die nur in der Eröffnungsszene dabei ist.

Wenn die Hauptdarstellerin eines Krimiformates, ein wenig pausbäckiger als sonst, sich in der ersten Szene in eine "Fortbildung" verabschiedet und in den restlichen 85 Minuten des Samstagskrimis nicht mehr zu sehen ist, liegt ein Verdacht nahe. Ja, Sophie Dal, Darstellerin der gewieften Polizistin Süher Özlügül, war während der Dreharbeiten zum zehnten "Friesland"-Krimi schwanger. Ihr Kind erblickte im Spätsommer 2019 das Licht der Welt. Im nächsten, dem elften Fall, wird die 38-jährige aus nachvollziehbaren Gründen fehlen. Müssen es also die anderen im Ensemble wuppen. Neben Dals Co-Star Maxim Mehmet sind dies Theresa Underberg als Apothekerin und ewige Hobby-Forensikerin Insa Scherzinger, Holger Stockhaus als Bestatter Wolfgang Habedank sowie Felix Vörtler als ewig grantelnder, auf den Karrieresprung wartender Kommissar Jan Brockhorst.

Bei einem Rennen sackt Claudia, die Ruder-Hoffnung der Polizei Leer, plötzlich zusammen und stirbt. Todesursache: Herzversagen. Vor allem der wie immer reichlich eitle Brockhorst, dem die Erfolge seiner Ruderer stets sehr wichtig waren, scheint an gebrochenem Herzen zu sterben. Den anderen Kollegen der Dienststelle blieb die stille Kollegin jedoch immer etwas fremd. Apothekerin Insa, wie immer illegal im "Reich der Toten" ermittelnd und Bestatter Habedank damit die Schweißperlen auf die Stirn treibend, findet Unregelmäßigkeiten im Blut der Verstorbenen. Bald mischt sich die eher Fachfremde – als neue Ruder-Hoffnung getarnt – unter die Sportler. Es gilt herauszufinden, wem das Ableben der Polizistin weitergeholfen haben könnte. Dabei müssen der fesche Ruderer Lucas Wilken (Artjom Gilz, "Milk & Honey") oder auch die Schwester der Verstorbenen (Katrin Röver, "Hindafing") als Verdächtige herhalten.

Am 3. Mai 2014 flimmerte mit "Mörderische Gezeiten" der erste "Friesland"-Film über den Fernsehschirm. Damals noch mit Florian Lukas als Polizist Jens Jensen, der den Job nach Fall fünf an den Nagel hing. Maxim Mehmet übernahm. Dem Erfolg der traditionell gedachten, komödiantischen Krimi-Reihe tat der Personalwechsel keinen Abbruch. Mit zwischen 5,98 Millionen (Fall neun "Hand und Fuß") und 7,34 Millionen ("Irrfeuer", Fall vier) Zuschauern ist das Format eine echte Quotenbank in der ZDF-Primetime am Samstag. Auch im neuen Film kommen die Fans des leichten, unblutigen Krimis sowie sanft ironischer Küstendialoge auf ihre Kosten. Auch, wenn die Fälle die Komplexität von Vorabendkrimis nicht unbedingt deichhoch überbieten, schnurrt der Küstenkrimi mit seinem gewohnt "charakterfesten" Ensemble über knapp 90 Minuten so durch. Fall elf, der auf den Arbeitstitel "Gegenströmung" hört, ist schon abgedreht. Ein Sendetermin steht allerdings noch nicht fest.

Friesland: Aus dem Ruder – Sa. 29.02. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH