Mit viel CGI lässt Regisseur Paul W. S. Anderson den Vesuv über Pompeii ausbrechen. Am Ende hinterlässt der Film nicht mehr als ein betrübliches Trümmerfeld und ziemlich wenig Eindruck.

Über Paul W. S. Anderson, der den Zuschauern Werke wie "Mortal Kombat", "Resident Evil" oder "Alien versus Predator" bescherte, kann man sagen, was man will. Eines muss man ihm lassen: Der britische Filmemacher verfügt über ein Höchstmaß an Begeisterungsfähigkeit. Hinsichtlich der Idee hinter "Pompeii" (2013, jetzt als Wiederholung bei ProSieben) erklärt er, dass ihn die Stadt schon in Kindestagen fasziniert habe. Und er erzählt von dem "Plan, den größten Schwert- und Sandalen-Film aller Zeiten zu machen". Nur so viel: Dass von Pompeji am Ende nicht mehr als ein trauriger Haufen Asche übrigbleibt, hätte man eigentlich wissen können. Steht ja in jedem Geschichtsbuch.

Im Fokus der Aufmerksamkeit steht der wortkarge Kelte Milo, gespielt vom perfekt durchtrainierten "Game of Thrones"-Star Kit Harington. Als kleiner Junge muss der arme Milo mit ansehen, wie der abscheuliche Senator Corvus (Kiefer Sutherland) seinen gesamten Stamm samt Mama und Papa abschlachten lässt. Fortan hat Milo, der versklavt nach Pompeji verschleppt und dort zum eisernen Supergladiator ausgebildet wird, nur noch eines im Sinn: Rache!

Im wahren Leben hätten sich Milo und Corvus natürlich nie wieder gesehen. Doch wie es Anderson will, landet zufällig auch der fiese Römer in der unbedeutenden Provinz. Dort lebt auch die schöne Cassia (Emily Browning) – eine unabhängige junge Frau aus gutem Hause, die dem spröden "Charme" des Sklaven Milo sofort verfällt. Es ist Liebe auf den ersten Blick, doch sie steht unter keinem guten Stern: Denn zufällig interessiert sich auch Corvus für sie.

Die einzelnen Charaktere werden in "Pompeii" nur grob und skizzenhaft umrissen. Anderson streut zu viele plumpe Hinweise auf das, was noch kommt, und die ohnehin dröge Story dümpelt ohne echte Höhepunkte vor sich hin. So bekommt der Film nie die Chance, eine echte Wirkung aufzubauen – auch nicht, als der Regisseur mit dem Ausbruch des Vesuvs die gesamte Klaviatur der CGI-Zerstörung bespielt.

Pompeii – Fr. 28.02. – ProSieben: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH