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"Wer ist Hanna?": Amazon hat Thriller als Serie umgesetzt

von Andreas Fischer

2011 war "Wer ist Hanna?" einer der Kinohits des Jahresn. Die Amazon-Serie "Hanna" erzählt die Geschichte einer kindlichen Kampfmaschine, die von der CIA gejagt wird, neu und mit mehr Details.

Als wäre das Leben mit 15 nicht schon schwierig genug, muss sich die Titelheldin in der neuen Amazon-Serie "Hanna" (verfügbar ab 29. März) mit viel mehr Dingen herumschlagen, als mit den hormonellen und psychischen Veränderungen, die die Pubertät Teenagern ohnehin aufzwingt. Das Mädchen muss durch die halbe Welt hetzen und sich vor der CIA verstecken, sie muss Agenten ausschalten und will sich an der Mörderin ihrer Mutter rächen. Mit dem ganzen "Hau-Drauf" hat sie dabei weniger Probleme – Hanna wurde von ihrem Vater sorgfältig zur Kampfmaschine ausgebildet. Viel schlimmer ist das Leben in der Zivilisation: Sie hat ihr ganzes Leben nämlich in einer Höhle in einem unzugänglichen Waldgebiet in Osteuropa verbracht und muss sich ganz plötzlich dort zurechtfinden, was gemeinhin als echte Welt bezeichnet wird.

Wer Joe Wrights atemberaubenden Thriller "Wer ist Hanna?", der 2011 mit Saoirse Ronan in der Titelrolle für Furore im Kino sorgte, kennt, weiß ziemlich genau, was in der Amazon-Serie "Hanna" auf ihn zukommt. Unterschiede gibt es nur in einigen Details.

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Hanna, die sehr überzeugend von der mittlerweile 19-jährigen Britin Esme Creed-Miles gespielt wird, wächst allein mit ihrem Ziehvater Erik Heller (Joel Kinnaman) in der Wildnis auf. Der Ex-Soldat hat sie als Baby aus einem geheimen Supersoldaten-Programm der undurchsichtigen CIA-Agentin Marissa Wiegler (Mireille Enos) gerettet. Als ihr Versteck auffliegt, hetzen Hanna und Erik getrennt durch Afrika und Europa, bevor sie sich in Berlin treffen und mit einigen alten Armee-Bekannten Eriks (Benno Fürmann, Katharina Heyer, Stefan Rudolf) Marissa Wiegler zur Rechenschaft ziehen wollen.

So weit so bekannt. Trotzdem gibt es in den acht Episoden immer wieder Überraschungen, die David Farr in die Adaption seines eigenen Drehbuchs geschrieben hat. Das Schöne an Amazons "Hanna" ist nämlich: Man bekommt von allem etwas mehr. Mehr von der Titelfigur, mehr Hintergründe, mehr Action. Trotzdem kommt die Serie immer auf den Punkt.

Dass Farr das Kinodrehbuch selbst in die Serienversion überführte, ist ein Glücksfall. Niemand kennt die Hanna besser als er. Wenn er jetzt selbst einige Lücken ihrer Geschichte füllt, dann ist das ziemlich stimmig. Vor allem Hanna bekommt mehr Zeit, ein junger Mensch zu sein.

Auch wenn Hanna in der neuen Freiheit immer eine Gefangene ihrer Vergangenheit bleibt: Dass die Teenage Fighting Machine ganz verrückt nach Schokoriegeln sein darf, dass sie die Wärme einer besten Freundin sucht und erste sexuelle Erfahrungen sammelt, tut nicht nur der Figur gut. Die Fehler einer Heranwachsenden haben nämlich den netten Effekt, dass die dramaturgische Spannung erhalten bleibt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst
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