Die Erfolgsserie "Sex & The City" war bahnbrechend für unzählige Filme, in denen die Frauen selbstbestimmt ihr Liebesding durchziehen – so wie etwa in "Dating Queen" (2015) mit Amy Schumer. Doch aller Freiheit und Emanzipation zum Trotz: Am Ende soll es eben doch die eine, große Liebe sein, die das Schicksal bitte bereithalten möge und nach der man all die Single-Jahre auf der Suche war. Auch die Free-TV-Premiere "How To Be Single" (2016) folgte dieser bekannten Dramaturgie, die immer für einen unterhaltsamen Hollywoodstreifen gut zu sein scheint.

Seit vier Jahren ist Alice (Dakota Johnson) schon mit ihrem Freund zusammen. Zeit für eine Auszeit, um die Leidenschaft zu beleben und all die Dinge zu tun, die im Dickicht der Beziehung nicht möglich schienen. Also bricht sie auf nach New York, heuert in einer Kanzlei an und findet gleich Anschluss bei ihrer aufgedrehten Kollegin Robin (Rebel Wilson), einem überzeugten Single. Das Leben ist für die pralle Powerfrau ein Honigtopf, an dem frau lecken kann, soviel sie eben will.

Alice, die mittlerweile ihrem Ex nachtrauert, kommt aber schon bald nicht mehr mit dem Single-Dasein zurecht und ist insgeheim schon wieder auf der Suche nach einer richtigen Beziehung. Ebenso wie Lucy (Alison Brie), die zwanghaft versucht, den Mann fürs Leben über Dating-Portale zu finden. Alice' Schwester Meg (Leslie Mann), eine erfolgreiche Ärztin, ist hingegen überzeugter Single mit Kinderwunsch – geht ja problemlos über Samenspende. Am Ende kommt natürlich alles anders, und nach vielen enttäuschten Erwartungen kommt Alice schließlich zu einer vorhersehbaren Erkenntnis: dass man erst mit sich allein zurechtkommen muss, um zu zweit glücklich sein zu können.

Soweit, so unoriginell. Die Story, die der deutsche Regisseur Christian Ditter ("Love, Rosie – Für immer vielleicht", 2014) in bester Hollywood-Manier inszeniert hat, basiert auf dem gleichnamigen Besteller von Liz Tuccillo, die auch schon bei der erwähnten Kultserie "Sex & The City" mit an Bord war und ein Faible hat für humorvolle Beziehungsgeschichten. Der Film "Er steht einfach nicht auf dich" (2009) mit Scarlett Johansson stammt übrigens auch aus ihrer Feder.

Dakota Johnson, die Anfang dieses Jahres noch als SM-Liebhaberin im Finale der Fifty Shades of Grey-Reihe zu sehen war, gibt sich in "How To Be Single" eher brav und konventionell. Ihr attraktives Äußeres wird natürlich trotzdem reizvoll in Szene gesetzt. Hollywoods Wuchtbrumme Rebel Wilson hat sich jeglicher Hemmungen entledigt und gibt der Story einen derben Hauf-Drauf-Touch, der sich an der Grenze des guten Geschmacks bewegt. Nichtsdestotrotz kann der Film, der Bilderbuch-Settings von New York, schöne Menschen in schönen Wohnungen und auf tollen Partys präsentiert, mit einzelnen, sehr gelungenen Dialogen punkten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst