Prinz Harry und Meghan Markle

So denkt Frauke Ludowig über die royale Hochzeit

von Anke Waschneck

Lange galt Prinz Harry als das Sorgenkind der royalen Familie, geriet er doch wegen ausschweifender Partys und wenig königlichem Verhalten in den Fokus der Öffentlichkeit. Am Samstag, 19. Mai 2018, schaut wieder die ganze Welt auf die Nummer sechs der britischen Thronfolge, doch dieses Mal mit großem Wohlwollen.

Prinz Harry wird an diesem Tag der amerikanischen Schauspielerin Meghan Markle das Ja-Wort in Windsor geben. Moderatorin Frauke Ludowig berichtet live von der Hochzeit für die RTL-Übertragung "Harry & Meghan – Hochzeit aus Liebe" (11 bis 15.30 Uhr).

Im Interview verrät die 54-Jährige, welches Mitglied der Königsfamilie sie am liebsten mag, wie gut Meghan zu den Royals passt und warum sich ihrer Meinung nach so viele Deutsche für die Blaublüter interessieren.

prisma: Die royale Hochzeit steht bevor, und Sie werden live aus Windsor für RTL berichten. Wie bereiten Sie sich auf so eine Sendung vor?

Frauke Ludowig: Wir haben uns schon im RTL-Magazin "Exclusiv" viel damit beschäftigt, ich bin generell schon in der Materie drin. Bisher habe ich mich aber noch nicht explizit auf die Hochzeit vorbereitet, das steht noch an. Man muss sich auch einiges parat legen für die Stellen, wo gerade wenig passiert. Wir fangen beispielsweise schon um 11 Uhr mit der Berichterstattung an und bereiten gerade ein spannendes Magazin vor, das in dieser Zeit Hintergründe beleuchtet und Informationen vermittelt, die man so vielleicht noch nicht kannte.

prisma: Sie berichteten auch schon von der Hochzeit von Kate und William im Jahr 2011 ...

Ludowig: Ja, ich weiß inzwischen, wie so eine Hochzeit bei den Royals funktioniert, und das ist wichtig für eine gute Berichterstattung. Es wird auf jeden Fall Parallelen geben, aber vieles wird auch ganz anders sein. Das macht ein solches Ereignis so spannend, und ich schaue der Hochzeit mit großer Neugier entgegen.

prisma: Sind Sie als Medienprofi bei so einem großen Ereignis trotzdem ein wenig aufgeregt?

Ludowig: Ja klar! Einerseits ist man aufgeregt, weil man weiß, wie viele Menschen zuschauen, andererseits ist es auch einfach ein Wahnsinns-Gefühl, wenn man bei einem solchen Event teilhaben darf. Ich weiß noch, dass ich bei der Hochzeit von Kate und William am Vortag auf der Dachterrasse stand, Big Ben läutete, und ich hörte, wie in der Kirche geprobt wurde. Das war ein Gänsehaut-Moment.

prisma: Haben Sie einen Lieblings-Royal?

Ludowig: Mein Lieblings-Royal ist immer der, der die besten Schlagzeilen liefert. Momentan hat demnach Harry die Nase vorne. Er war es aber auch zuvor schon oft, weil er als "Party-Prinz" immer für viel Furore gesorgt hat. Im persönlichen Sinne habe ich keinen Lieblings-Royal, weil ich sehr distanziert davon bin. Die Entwicklung von Harry finde ich jedoch sehr spannend. Inzwischen ist er ein sehr selbstbewusster junger Mann mit einem großen sozialen Engagement und einer klaren Haltung. Es bleibt sicherlich spannend, dieses besondere Paar weiterhin zu beobachten. Ich bin aber Berichterstatter, da muss man objektiv bleiben.

prisma: Wenn Sie alles distanziert betrachten, werden Sie auch keine Träne während der Hochzeit verdrücken?

Ludowig: Das kann trotzdem passieren (lacht). Ich bin kein emotionsloser Mensch! Die Distanz, die man wahrt, hat etwas mit Professionalität zu tun.

prisma: Unter anderem zeigt auch das ZDF die Hochzeit. Trifft man dort die Kollegen oder herrscht doch ein großer Konkurrenzdruck?

Ludowig: Ich denke nicht, dass wir uns treffen werden, weil jeder seine eigene Location hat. Ich würde lügen, würde ich behaupten, wir wären keine Konkurrenten. Schließlich möchte doch jeder mit seiner Art der Berichterstattung die Zuschauer für sich gewinnen.

prisma: Und wie setzen Sie sich ab?

Ludowig: Wir haben eine sehr bunte Sendung mit einer tollen Mischung. Außerdem habe ich fachkundige Verstärkung an meiner Seite. Gerade Guido Maria Kretschmer ist ein Ass im Ärmel. Er gibt der ganzen Sache eine andere Note, und da wir auch privat eng befreundet sind, können wir herrlich parlieren.

prisma: Warum, denken Sie, schalten die Deutschen überhaupt bei einer britischen Hochzeit ein?

Ludowig: Es ist eine Art von Märchen, die wir bei uns nicht haben, denn in Deutschland gibt es keine Monarchie. Jeder möchte gerne Teil von diesem besonderen Event sein, das nahezu einmalig ist. Wenn Harry vom Markt ist, muss man wieder auf die nächste Generation warten. Die royale Familie hat manchmal fast etwas von einer Soap, da man bei allen wichtigen Events dabei sein darf. Man sieht so viele Gefühle und kann sie gleichzeitig ebenfalls empfinden, weil man alles hautnah am Bildschirm miterlebt.

prisma: Was entgegnen Sie den Kritikern, die meinen das Königshaus wäre verstaubt, überholt und überflüssig?

Ludowig: Natürlich ist es veraltet. Aber die Briten lieben ihre Königin, und sie macht auch meist einen guten Job. Man kann immer damit argumentieren, dass die Royals Steuergelder "fressen", aber an einem Tag wie diesem verbinden sie viele Menschen, und die Kritiker werden wohl eher ruhig sein.

prisma: Wie passt eine Frau wie Meghan in ein veraltetes Königshaus?

Ludowig: Vielleicht sind wir einfach altmodisch, wenn wir sagen, sie passe nicht rein. Vielleicht ist das Königshaus schon viel moderner und toleranter, als wir denken! Wer weiß, vielleicht ist auch die Queen schon deutlich moderner geworden! Meghan Markle passt meiner Meinung gut zu den Royals, sie gehört zu der neuen Generation, die frischen Wind ins Königshaus bringen wird, und wir sollten uns eher von diesem verstaubten Bild, in das wir sie zu zwängen versuchen, lösen.

prisma: Was ist Ihre Einschätzung, wie gut wird sich Meghan Markle im Königshaus und bei der Presse schlagen?

Ludowig: Sie ist eine gute Brechung, weil sie nicht das klassische Muster mitbringt, das Kate zum Beispiel hatte. Ich meine, Meghan ist zwar wie Kate eine Bürgerliche, aber sie ist Amerikanerin, Schauspielerin und schon einmal geschieden. Nichts, was sie für das Königshaus verlockend macht. Aber sie hat andere Qualitäten: Sie kennt sich auf dem internationalen Parkett aus und weiß, wie sie mit der Öffentlichkeit umgeht. Etwas, das Diana beispielsweise gar nicht konnte. Sie ist eine gestandene, erwachsene Frau, die sicher auch durch ihre erste Ehe schon sehr reif ist. Auch Meghan wird immer noch dazulernen müssen, doch gerade für Journalisten ist es schön, wenn sie noch nicht perfekt ist. Da darf sie sich schon mal dem Dresscode der Queen widersetzen (lacht).

prisma: Denken Sie, dass sich die Fangemeinde der Royals nach Amerika ausbreitet?

Ludowig: Da bin ich mir ganz sicher. Bei der Hochzeit von William und Kate war das Interesse schon sehr groß. Da Meghan viele Fans und eine andere Nationalität hat, wird die Hochzeit noch mal höhere Wellen schlagen.

prisma: Es werden auch immer noch Vergleiche zu Diana gezogen. Denken Sie, das hört irgendwann auf?

Ludowig: Nein, denn das Thema Diana ist einfach noch zu präsent, sie ist allgegenwärtig. Lady Di hat vielen Menschen etwas bedeutet, nun heiratet ihr jüngster Sohn. Da ist es vollkommen verständlich, dass man die Verbindung zieht. Auch am Hochzeitstag wird ihr Name fallen. Aber ich denke, man würde bei jedem Jungen, der seine Mutter so früh verloren hat, auf sein Schicksal eingehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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