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Japan – Land der fünf Elemente: besinnliche Hommage, wunderbare Reise

von Wilfried Geldner

Der Dokumentarfilm beschreibt Japan in fünf ineinander fließenden Kapiteln – Erde, Wasser, Feuer, Luft und dazu noch die Weisheit. Eine wunderbare Reise mit faszinierenden Bildern.

ARTE
Japan – Land der fünf Elemente
Dokumentation • 04.07.2020 • 20:15 Uhr

Hervorgegangen aus der fünfteiligen ARTE-Reihe "Japan von oben", ist "Japan – Land der fünf Elemente" (Regie: Xavier Lefebvre, ARTE F) alles andere als einer der üblichen Zugvögel-Filme, die ihre Raffinesse neuesten Kameratechniken verdanken, sondern eine besinnliche Hommage an ein Inselreich zwischen Bergketten und Meeren, zwischen Moderne und Tradition. Ausgehend vom 37-Millionen-Konglomerat Tokio erschließt sich das "Land der aufgehenden Sonne" durch Begegnungen mit Menschen, mit ihrer Sprache und ihren Gesichtern.

Da sind – ausgehend vom Nationalsymbol des Fuji die jungen Feuerwerker, die alljährlich unter der Anleitung ihres Meisters ein ohren- und augenbetäubendes Feuerwerk entfachen, bei dem der Zuschauer fürchtet, dass sie mitsamt ihren feuerspeienden, mit Schießpulver gefüllten Bambusrohren gleich in die Luft fliegen müssten. "Es stärkt die Moral und ist eine Mutprobe", sagt der Meister cool. Da ist der Töpfer Hitoshi Morikuto mit seinem Ton ein Stellvertreter der Erde, der seine Gefäße zaubert und dabei über seine Holzspachtel sagt: "Das Holz ist die Verlängerung meiner Hände."

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Auch die Auskunft des Teebauern im leuchtenden Grün der Teeterrassen wird zum Gedicht: "Wenn man für jemanden Tee zubereitet, stellt man sich vor, wie es dem anderen gerade geht", sagt er, "wie man ihm eine Freude bereitet". Im Schnee der Berge mit den Schemen eines buddhistischen Klosters erklärt der nach mönchischer Tradition arbeitende in sich ruhende Koch, seine Arbeit vermittle sich "nicht über die Worte, sondern über die Augen". Die Bilder beweisen es.

Nicht weniger poetisch wirkt die Wasser-nahe Kunst des Basawi-, des Wassermeerrettich-Züchters, während die Kamera über die grünen Felder zwischen den Flüssen schweift. Vor die innere Wahl gestellt, lieber Austernzüchter oder Salzbauer zu sein, würde man sich der Romantik halber für die Austern in ihrer weiten Bucht entscheiden. Aber auch die Kunst des Salzbauern, wie er auf seiner Terrasse mit Sand und Salzwasser arbeitet, ist Landart vom Feinsten. Erst bei der jungen weiß gepuderten Geisha-Schülerin und den braven Erläuterungen zu ihrer Kunst merkt man, dass man ein wenig einer gekonnten Japan-PR aufgesessen ist. Katastrophen, Fukushima oder Hiroshima kommen hier nicht vor. Hiroshima etwa wird mit seiner romantischen Zeremonie der schwimmenden Kerzenschiffchen in Erinnerung gebracht. Es ist trotzdem ein phantastischer Film.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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