Miniserie bei ARTE

"Kampf um den Halbmond": Warum Fremde in einen sinnlosen Krieg ziehen

von Andreas Schoettl

Der Bürgerkrieg in Syrien hatte sich schnell internationalisiert. Nicht nur Islamisten aus aller Herren Länder stellten sich den Kämpfen, in den unterschiedlichen Lagern waren auch Söldner, Idealisten, Suchende oder Fantasten in Einsatz. Eine Miniserie zeigt, was Menschen dazu bewegt, in Kriegen in fremden Ländern ihr Leben zu riskieren.

ARTE
Kampf um den Halbmond
Serie • 26.11.2020 • 21:45 Uhr

Es ist ein kunterbunter Haufen: Angeführt von einer in Frankreich aufgewachsenen Kurdin marschieren ein US-Söldner, ein Anarchist und der französische Bauingenieur Antoine Habert (Félix Moati) durch Kriegsgebiet in Nordsyrien. Sie alle tragen Kampfnamen. Bei Antoine allerdings klingt "Alice" kaum bedrohlich. Er erhält ihn, weil er so naiv und unbeholfen nach Syrien gekommen ist wie die Märchenfigur in ihr Wunderland.

Die achtteilige Miniserie "Kampf um den Halbmond", die bei ARTE nun auch in der linearen Ausstrahlung zu sehen ist, dreht sich vordergründig um Antoines Suche nach seiner Schwester Anna. Zwei Jahre zuvor war sie bei einem terroristischen Anschlag in Kairo angeblich ums Leben gekommen. Als Antoine in einer Fernsehreportage über kurdische Kämpferinnen in Syrien eine Frau sieht, die vielleicht Anna sein könnte, macht er sich auf nach Syrien, um sie zu suchen. Tatsächlich aber befasst sich die französisch-belgisch-israelische Co-Produktion unter der Regie von Oded Ruskin vor allem mit der Frage, warum Menschen überhaupt ein normal-bürgerliches Leben aufgeben, um ihr Leben in einem Krieg zu riskieren. Noch dazu in einem total sinnlosen. Das ist ein hochspannendes Thema.

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Die mitunter sehr persönlichen Motivationshintergründe könnten kaum unterschiedlicher sein. Antoine beispielsweise will den Verrat an seiner Schwester ins Reine bringen. Die Kurdin Saraya (Souheila Yacoub) sieht sich den vornehmlich mit Frauen besetzten Volksverteidigungseinheiten YPG verpflichtet, der US-Söldner Ryan (Simon Harrison) setzt sich nach eigener Kriegserfahrung für eine angebliche Gerechtigkeit ein. Die Serie enthüllt teilweise in Rückblenden, welche persönlichen Schicksale und damit Lasten die Hauptfiguren mit sich tragen. Gut und Böse verwischen mehr und mehr. Noch dazu, wenn "Kampf um den Halbmond" seinen Blick auch auf das Innenleben der mörderischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) richtet. Auch in dessen Reihen kämpfen Dschihadisten aus dem Ausland, darunter drei Jugendfreunde aus England. Wie es scheint, sind sie der brutalen Ideologie des Kalifats komplett ergeben. Bis einer ausschert ...

ARTE zeigt am Donnerstag, 26. November, zunächst drei aufeinanderfolgende Episoden der sehenswerten Miniserie. Die weiteren Ausstrahlungstermine sind 3. und 10. Dezember, jeweils donnerstags, 21.45 Uhr. Zudem ist komplette Serie noch bis 29. Mai 2021 online in der ARTE-Mediathek zu sehen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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