Immer mehr Krankenhäuser müssen Teile ihrer Kinderstationen schließen. Für das deutsche Gesundheitssystem sind die Schwerkranken unter den Kleinsten zu teuer. Eine ARD-Doku geht dem auf den Grund.

Im bekanntlich wohlständigen München erschütterten zuletzt Meldungen aus Krankenhäusern. Es wurde berichtet, dass nun auch der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychomatik am Klinikum rechts der Isar die Schließung drohe. Als Grund wurde eine "ungünstige Kosten-Erlös-Struktur" angegeben. Auch im Haunerschen Kinderspital, das zum Klinikum der Uni München gehört, wurde die Abteilung Kinder- und Jugendpsychomatik dicht gemacht. Sie rechnet sich einfach nicht. Warum vernachlässigt unser Gesundheitssystem die Schwächsten, unsere Kinder, fragt deshalb Stefan Eberlein in seinem Film "Kein Geld für kranke Kinder", der nun im Rahmen von "Die Story im Ersten" zu sehen ist.

Als einen Grund führt er das Bezahlsystem im Gesundheitswesen an. Demnach rechnen die Krankenkassen nach sogenannten "Fallpauschalen" ab. Das bedeutet: Sie machen keinen Unterschied zwischen Groß und Klein. Ob nun ein krankes Kleinkind oder ein Erwachsener mit Sportunfall ein Krankenbett belegt, spielt demnach keine Rolle. Die Kliniken bekommen für die Behandlung meist das gleiche Geld. Allerdings bedeutet es für das Klinikpersonal schon einen Unterschied, ob es nun einem eingeschüchterten Kind beispielsweise Blut abnimmt oder einem erfahrenen Mittvierziger. Der Aufwand nur für diesen eigentlich leichten Vorgang ist größer.

Verschärft wird diese eigentlich unfassbare Situation noch durch eine weitere brenzlige Entwicklung. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes sei die Anzahl kranker Kinder in den vergangenen Jahren gestiegen – ganz in Gegensatz zu den zur Verfügung stehenden Betten. Die Kinderstation etwa im Rechts der Isar in München wird also fehlen. Es wird gespart, auf Kosten unserer Kleinsten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst