Die Serie "4 Blocks" beweist eindrucksvoll, dass ein Mafiaepos auch hierzulande möglich ist. Nun geht die vielfach prämierte, beste deutsche Gangsterserie in die letzte Staffel.

Grimme-Preis, Deutscher Fernsehpreis, Goldene Kamera – kaum eine deutsche Serie war in den letzten Jahren erfolgreicher als "4 Blocks". Die furios inszenierte Geschichte rund um den Familienclan von Toni Hamady (Kida Khodr Ramadan) gilt als eine der meistgesehenen Serien im deutschsprachigen VoD und wurde gleichermaßen von Zuschauern wie Kritikern gelobt – auch wenn das Format im linearen TV weniger Publikum zu locken vermochte. Nun startet auf TNT Serie die dritte und finale Staffel der besten deutschen Gangster-Serie. Ein Epos, der dem Format "Mafia-Thriller" auch hierzulande endlich zu Geltung verhalf und von manchen gar als deutsches "Sopranos" bezeichnet wurde. Ab 7. November gibt es die sechs neuen Episoden immer donnerstags, um 21 Uhr, zu sehen.

Ob Drogenhandel, Geldwäsche, Prostitution, Schutzgelderpressung, Auftragsmorde und Revierkämpfe – die deutsch-libanesische Familie aus den "4 Blocks" wusste in den letzten beiden Jahren genau, was das Mafia-Herz begehrt. Auch nach dem gewaltvollen Cliffhanger-Ende der zweiten Staffel kehrt in den finalen Folgen im Berliner Clanmilieu von Neukölln keine Ruhe ein. Neue Gegenspieler erschweren Toni die Geschäfte, und obendrein wenden sich einstige Verbündete gegen das Familienoberhaupt, das sich ursprünglich doch nur nach einem ruhigen Leben sehnte. Neben alten Bekannten gibt es im dritten Durchgang des Gangster-Epos unter Regie von Özgür Yildirim auch neue Gesichter zu sehen: Erstmals mit dabei sind beispielsweise Lisa Marie Janke, Jan Henrik Stahlberg und Amira Ghazalla.

Doch droht selbst der unerschütterliche Zusammenhalt der Hamadys zu bröckeln. Vor allem weitet sich der Konflikt zwischen Toni und seinem Bruder Abbas (gespielt von Rapper Veysel) aus. Während die größte Gefahr für den Clan also womöglich sogar aus der Mitte der Familie droht, darf der Zuschauer ein letztes Mal in die ambivalente Unterwelt Neuköllns eintauchen – jenen berüchtigten Bezirk Berlins also, der seit langem als Inbegriff von Armut, Kriminalität und fehlgeschlagener Integration herhalten muss. Kaum ein anderer Stadtteil in Deutschland besitzt einen derartigen Ruf als arabische Hochburg und Problembezirk; zugleich avancierte Neukölln in den vergangenen Jahren zum neuen Hipster-Hotspot der Republik.

Diese Widersprüchlichkeiten des Stadtteils spiegelten sich dank des grandios geschriebenen und in bester Action-Drama-Manier inszenierten Drehbuchs immer auch in "4 Blocks": Zwischen Freundschaften und Verrat, zwischen Zusammenhalten und Zusammenschlagen existiert auch in Staffel 3 nur ein schmaler Grat.

Wie schon in den ersten beiden Staffeln basieren auch die neuen Folgen auf einem Konzept des Autoren-Trios aus Hanno Hackfort, Frédéric Hambalek und Niko Schulz-Dornburg, die zwar nicht ganz ohne Klischees auskommen, dafür aber eine ausgewogene Mixtur aus fiktionalen Mafiafilm-Referenzen und Anspielungen auf die Clan-Realität Deutschlands erschaffen. Auch für Hauptdarsteller Kida Khodr Ramadan war die Serie eine Tour-de-force: "Ich liebe die Rolle Toni Hamady, aber ich hasse sie auch", offenbart der 43-Jährige in der Hintergrund-Doku "Inside 4 Blocks", die TNT Serie im Anschluss an die letze Episode (Donnerstag, 12. Dezember, 21.45 Uhr) ausstrahlt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst