Einer der bekanntesten deutschen Filmkomponisten ist tot: Martin Böttcher ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Gegenüber der "Bild" bestätigte seine Tochter Betsy das Ableben ihres Vaters in der Nacht zu Samstag. Nach kurzer, schwerer Krankheit sei Böttcher in seiner Wahlheimat Rendsburg "friedlich eingeschlafen". Bekannt wurde der Komponist besonders mit der Erkennungsmelodie der "Winnetou"-Filme. Insgesamt stammt die Musik von zehn Karl-May-Verfilmungen aus seiner Feder.

Böttcher wurde 1927 in Berlin geboren und geriet kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Gefangenschaft, wo er sich selbst das Gitarrespielen beibrachte. Nach dem Krieg schloss er sich zunächst dem Tanz- und Unterhaltungsorchester des Nordwestdeutschen Rundfunks an. 1955, mit seiner ersten Filmmusik zu "Der Hauptmann und sein Held", wechselte Böttcher das Metier und verschrieb sich fortan der Filmvertonung. Bereits sein zweiter Film "Die Halbstarken" wurde ein Jahr später ein Kassenschlager – und das, obwohl Böttcher wegen eines Unfalls als Kind nur auf einem Ohr hören konnte. Es folgten Hunderte weitere Kompositionen, etwa für "Derrick", "Edgar Wallace" und zuletzt für die "Pfarrer Braun"-Reihe.

Martin Böttcher hinterlässt seine Frau Anneliese und die gemeinsame Tochter Betsy. Deren Schwester Rebecca erlag 1991 im Alter von 26 Jahren den Folgen einer Leukämie-Erkrankung.


Quelle: teleschau – der Mediendienst