25.08.2014 Britischer Schauspieler und Regisseur

Sir Richard Attenborough im Alter von 90 Jahren verstorben

Regisseur und Schauspieler Richard Attenborough.
Regisseur und Schauspieler Richard Attenborough.  Fotoquelle: VCL Communications

Sir Laurence Olivier sagte von ihm: "Es gibt kaum etwas, das Dick beim Film oder Theater nicht machen kann. Was er anfasst, macht er großartig. Und - er ist ein guter Kumpel!" Dass nicht nur Olivier so dachte, hörte man immer wieder von anderen, die ein- oder mehrere Male mit ihm zusammengearbeitet hatten, ob von Dirk Bogarde oder John Gielgud, den Richardsons oder Redgraves.

Am Sonntag ist der große britische Schauspieler und Regisseur Richard Attenborough im Alter von 90 Jahren verstorben. Das Spielen wurde ihm in die Wiege gelegt, obwohl der Vater Internatsleiter war und vom Theater nicht sehr viel hielt. Als 12-jähriger zog Little Richard eine ganze Theaterproduktion im heimatlichen Dorf auf, er wollte auf jeden Fall Schauspieler werden. Da konnten sich die Eltern noch so sträuben, der Ehrgeiz und das Durchsetzungsvermögen des Filius waren zu gewaltig. Als er mit 16 ein Stipendium an der Königlichen Akdemie für dramatische Kunst erhielt, gab der Vater nach. Ein Jahr später stand Richard erstmals auf der großen Bühne in Eugene O'Neils "O Wilderness!"

Immer wieder wenn man mit Attenborough über seine Anfänge spricht, taucht irgendwann der Name Noel Coward auf. Dem großen Dramatiker und Schauspieler verdankte er vieles. Bei Coward sprach er für seine erste Filmrolle vor. Das war 1942, das Projekt hiess "In Which We Serve". Attenborough war offensichtlich sehr aufgeregt, Coward wollte ihn beruhigen und sagte: "Sie kennen mich sicher nicht, ich heiße Noel Coward, aber sie sind doch Richard Attenborough!" Er bekam die Rolle und wurde dadurch beim Publikum bekannt, Coward, Attenborough und seine Frau Shaila, die er von damals her kannte, waren seither beste Freunde.

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Gradlinig und vielseitig

Attenboroughs Karriere verlief gradlinig, langsam ansteigend. Er war oft in seinen Rollen der gebrechliche oder aufbrausende junge Mann. Vielseitig, hier der gefährliche Psychopath, dort der pathetische, ruhige Kidnapper bis hin zum krankhaft "John Christie, der Frauenwürger von London" in Richard Fleischers dokumentarisch angelegten Spielfilm.

1959 gründete Attenborough gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Bryan Forbes die Beaver-Filmproduktion. Ihre erste Arbeit "Zorniges Schweigen" mit Attenborough in der Hauptrolle wurde ein weltweiter Erfolg - künstlerisch und geschäftlich, meist von Forbes selbst inszeniert. Und das riss nicht ab: "Die Herren Einbrecher geben sich die Ehre", "Das indiskrete Zimmer", "Woher der Wind weht". Für seine Rollen in "An einem trüben Nachmittag" und "Schüsse am Batasi" wurde er als bester Schauspieler des Jahres von der britischen Filmakademie ausgezeichnet.

Dann rief Hollywood, doch Attenborough blieb dem britischen Film treu, auch wenn er wichtige Rollen in den USA spielte: In "Gesprengte Ketten" (1962), "Der Flug des Phoenix" (1965), "Kanonenboot am Yangtse-Kjang", "Doctor Dolittle" (beide 1966) oder "Magic Christian" (1969).

"Gandhi" ist ein Vermächtnis und wird es bleiben

Seit 1968 gab es auch den Regisseur Attenborough. Dem Musical "Oh, What a Lovely War" folgten Filme wie "Der junge Löwe" (1972), "Die Brücke von Arnheim" (1977), "Magic - Eine unheimliche Liebesgeschichte" (1978) oder "A Chorus Line" (1985). Das gewaltigste und am meisten aufsehenerregende Werk ist der Film "Gandhi" (1981) mit Ben Kingsley in der Titelrolle. "Es ist schwer, danach noch weitere Filme zu drehen, denn "Gandhi" ist ein Vermächtnis und wird es bleiben. Keinen Film werde ich mit diesem vergleichen können."

Das sagte er, nachdem er zwei weitere Filme abgedreht hatte, den engagierten Südafrika-Film "Schrei nach Freiheit" (1987) und den gut gemeinten Flop "Chaplin". In Steven Spielbergs "Jurassic Park"-Filmen ("Jurassic Park", "Vergessene Welt: Jurassic Park") war er als Schauspieler zu sehen. Richard Attenborough erhielt viele Auszeichnungen: Die Queen machte ihn 1976 zum Sir, 1993 zum Lord und für "Gandhi" erhielt er den Oscar für den besten Film und die beste Regie.

Foto: VCL Communications

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