In wenigen Tagen jährt sich der Terroranschlag auf den Berliner Breitscheidplatz zum ersten Mal. Am 19. Dezember 2016 kamen zwölf Menschen ums Leben und 60 wurden verletzt, als der Tunesier Anis Amri mit einem Lastwagen über den dortigen Weihnachtsmarkt fuhr. Aufgearbeitet ist das Verbrechen noch lange nicht, wie die ARD-Dokumentation "Der Anschlag – Als der Terror nach Berlin kam" (Montag, 11. Dezember, 22.45 Uhr, im Ersten) zeigt.

Der Film der rbb-Reporter Sascha Adamek, Jo Goll, Susanne Opalka, Norbert Siegmund und Ulrich Kraetzer rollt die unglaublichen Pannen der Behörden im Umgang mit Amri noch einmal auf. Er zeigt, wie Amri schon 2011 ins Visier der Polizei geriet, nachdem er in einem italienischen Flüchtlingslager einen Aufruhr organisiert hatte; wie Amri im Sommer 2015 mit dem Flüchtlingsstrom illegal nach Deutschland kam; wie er mit bekannten IS-Sympathisanten verkehrte und als Gefährder eingestuft, aber nicht ausreichend überwacht wurde.

Das Fazit der Filmemacher ist eindeutig: Hätten die Behörden, vor allem jene in Berlin, ihren Job gemacht, hätte der Anschlag verhindert werden können. Das bestätigen auch Insider, die exklusiv für die Reportage interviewt wurden.

Der Film zeigt auch auf, wie die Politik nach dem Anschlag versagte. Angehörige wie Astrid Passin, die auf dem Breitscheidplatz ihren Vater verlor, kommen zu Wort und berichten, wie sie sich von den Berliner Behörden alleingelassen fühlten. Manche Opferangehörigen warten noch immer darauf, für ihren schrecklichen Verlust zumindest finanziell entschädigt zu werden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst