In seinem TV-Experiment "Wir sind klein und ihr seid alt" bringt VOX Bewohner einer Seniorenresidenz mit Kindern zusammen. Die Zuschauer zeigten sich nach der ersten Folge begeistert. Offenbar hat der Kölner Sender mit Konzept und Umsetzung einen Nerv getroffen. Am 25. Februar läuft die zweite der drei Folgen.

Zehn Rentner aus einer Seniorenresidenz in Bergisch-Gladbach bei Köln treffen in der Sendung auf zehn Kinder, alle vier Jahre alt. Begleitet wird das Projekt von einem Arzt, einer Soziologin und Gerontologin, einer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und einer Gerontopsychaterin. Sie alle sind davon überzeugt, dass sowohl die Kleinen als auch die Alten von dem Experiment profitieren können.

Die Senioren, die in ihrer recht schicken Residenz in eigenen Wohnungen leben und zu den anderen Bewohnern in den meisten Fällen nur wenig Kontakt pflegen, konnten sich für das Projekt anmelden. Sieben Frauen machen mit und ein Mann, der 92-jährige Franz. Er ist etwas skeptisch, hat Angst, dass die Kinder mit ihm nicht viel anfangen können, weil er nur noch schlecht hört, sieht und sehr schlecht zu Fuß ist.

Als die Kinder erstmals den Gemeinschaftsraum im Seniorenheim betreten, sind beide Seiten noch etwas zurückhaltend. Die Kinder sind schüchtern, wie Kinder das eben so sind, wenn sie Menschen zum ersten Mal treffen. Die Senioren haben Angst vor Zurückweisung, Angst vor Überforderung. Dann bricht Marlene das Eis. Die Rentnerin fragt die Kleinen nach dem Spiel, das sie gerade spielen. Ihre Lupe, die sie verwendet, weil ihre Augen nicht mehr gut funktionieren, beeindruckt die Vierjährigen. Jeder will mal durchgucken!

Nach und nach lernen sich Senioren und Kinder immer besser kennen. Die Verantwortlichen versprechen sich von dem Projekt, dass die Kinder die Senioren aus ihrer Passivität locken, dass die alten Menschen dadurch wieder aktiver werden. Auch für die Kleinen soll der Kontakt mit älteren Menschen wertvoll sein. Sie lernen u.a., Rücksicht zu nehmen. Nicht alle von ihnen haben einen Opa oder eine Oma, die in der Nähe wohnen.

Laut VOX basiert "Wir sind klein und ihr seid alt" auf dem britischen Format "Old People‘s Home for 4 Year Olds" (Altenheim für Vierjährige), das einige TV-Preise gewann. Tatsächlich konnten in Großbritannien nach dem Projekt laut VOX enorme medizinische Fortschritte bei den Senioren festgestellt werden; die Alten waren besser gelaunt, aber auch deutlich beweglicher und gesünder.

Im Laufe der Sendung werden die Senioren vorgestellt. Sie alle haben körperliche Gebrechen, geistig sind sie aber topfit. Das Thema Demenz wird in diesem TV-Experiment wenn überhaupt nur am Rande behandelt. Viele sind einsam. So wie Franz, der vor einigen Jahren seine Frau verloren hat. Nach und nach freundet er sich mit dem kleinen Christian an. Eine Umarmung der beiden beim Ausflug zum Bauernhof rührt viele Zuschauer zu Tränen. 

Das Konzept, Senioren mit Kindern zusammenzubringen, ist nicht neu. In Deutschland gibt es einige Einrichtungen, in denen Seniorenheim und KiTa in einem Gebäude untergebracht sind. Zuschauer von "Wir sind klein und ihr seid alt" werden sich wünschen, dass solche Projekte vermehrt gefördert werden. Die Reaktionen auf die erste Folge sind jedenfalls durchweg positiv. 

Zwei weitere Folgen (am 25. Februar und am 4. März, jeweils um 20.15 Uhr) von "Wir sind klein und ihr seid alt" strahlt VOX aus. Dann wird hoffentlich auch die Frage beantwortet, wie es nach den Dreharbeiten weiterging und ob der Kontakt bestehen blieb.