Deutscher Filmklassiker

"Good Bye, Lenin!": Wie Daniel Brühl die DDR wiederauferstehen ließ

31.05.2026, 08.56 Uhr
Daniel Brühl brilliert in "Good Bye, Lenin!", einem der erfolgreichsten deutschen Filme, der die DDR humorvoll und detailverliebt darstellt. Die Komödie von Wolfgang Becker zeigt das Leben in einer kleinen Republik und die Herausforderungen beim Zusammenbruch der DDR.

Daniel Brühl ist längst auch international ein gefragter Star. Er konnte in Großproduktionen wie "Das Bourne Ultimatum", "2 Tage Paris", "Inglourious Basterds" und "The First Avenger: Civil War" überzeugen. Daheim in Deutschland hat Brühl seine Zuschauer ja bereits zu Beginn seiner Karriere erobert – spätestens durch die Hauptrolle in Wolfgang Beckers umwerfender Zeitgeschichtskomödie "Goodbye, Lenin!" (2003), die 3sat am Sonntag, 31. Mai, um 21.45 Uhr wiederholt. Mehr als 6,5 Millionen Zuschauer hatten den vielfach ausgezeichneten Abschiedsgruß an eine kleine Republik im Kino gesehen.

Die Geschichte ist natürlich hinreichend bekannt: Am Abend des 40. Jahrestags der DDR erleidet Mutter Kerner (Katrin Sass) einen Herzinfarkt und fällt ins Koma. Sie bekommt von den Ereignissen im Herbst 1989 nichts mit. Weder vom Fall der Mauer noch von der Abwicklung der Firma ihres Sohnes Alex (Daniel Brühl) oder vom neuen Job ihrer Tochter Ariane (Maria Simon) bei "Burger King". Als sie im Sommer 1990 aufwacht und "Was ist passiert?" fragt, bekommt sie von Alex "Nichts" zur Antwort.

Komisch und skurril, gleichzeitig aber auch herzlich und warm

Ihr Sohn setzt nun alles daran, dieses Nichts wirklich zu machen. Denn jede Aufregung könnte Mutter Kerners Tod bedeuten. Also lebt die DDR in der 79 Quadratmeter großen Plattenbauwohnung der Kerners weiter: Pioniere kommen ans Krankenbett, die "Aktuelle Kamera" wird von Alex' Westberliner Kumpel und Hobbyfilmer Denis (Florian Lukas) gefälscht, und auch für plötzlich auftauchende Coca-Cola-Werbebanner gibt es einleuchtende sozialistische Erklärungen.

Weil draußen derweil munter weiter Geschichte (Fußball-WM, Währungsunion, Einigungsvertrag) gemacht wird, verselbstständigt sich das Spiel mit der Wirklichkeit. Alex gerät immer tiefer in die Zwickmühle und weiß, dass er irgendwann die Realität anerkennen muss. "Good Bye, Lenin!" ist komisch und skurril, gleichzeitig aber auch herzlich und warm.

Trotz all der Komik und den grotesk-absurden Einfällen macht der Film die DDR nicht lächerlich, sondern zeigt sie detailverliebt so, wie sie war: eine kleine Republik, in der bei Weitem nicht alles stimmte, aber deren Menschen sich zu helfen wussten und ihr Leben mit großem Einfallsreichtum meisterten. Und viele erkannten durchaus an, dass die Zeit reif ist für Veränderungen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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