ZDF-Doku porträtiert DFB-Damen vor WM

"Born for this – Mehr als Fußball": Zwischen Fußball, Familie und Fan-Verehrung

15.07.2023, 08.00 Uhr
von Julian Weinberger

In kürze startet die Fußball-WM in Australien und Neuseeland. Die Doku-Serie "Born for this – Mehr als Fußball" porträtiert die Profi-Kickerinnen und erzählt vom sportlichen Weg nach dem verlorenen EM-Finale 2022. Auch Themen wie gesellschaftliche Akzeptanz, Versagensängste und Familienplanung finden ihren Platz.

ZDF
Born for this – Mehr als Fußball
Dokumentation • 15.07.2023 • 21:45 Uhr

Hätte, wäre, wenn: Eine Situation im Frauen-EM-Finale 2022 erhitzte noch lange nach der 27. Minute im Londoner Wembley-Stadion die Gemüter. Nach einer Ecke lenkte die deutsche Verteidigerin Marina Hegering den Ball in Richtung Tor, wo er im Getümmel vom hocherhobenen Arm der englischen Gegenspielerin Leah Williamson abprallte. Doch weder die Schiedsrichterin noch das VAR-Team sahen eine regelwidrige Situation, ein Elfmeter und die mutmaßliche Führung der DFB-Frauen waren dahin – das Finale ging letztlich mit 1:2 verloren.

Die Entwicklung der DFB-Elf 

Der Szene und deren Folgen dürfte auch in der zweiten Staffel der Fußball-Dokureihe "Born for this" eine entscheidende Rolle zukommen. Die vier neuen Episoden der Filmemacher von Martina Hänsel und Björn Tanneberger bannen die Entwicklung der DFB-Elf nach dem verlorenen EM-Endspiel bis zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland auf Film. Die Dreharbeiten, die ganz nah dran an der Mannschaft stattfanden, erstreckten sich über ein knappes Jahr.

"Born for this – Mehr als Fußball" geht aber – so sagt es schon der Titel – über die rein sportliche Komponente hinaus. Die Psychologie der Mannschaft spielen ebenso wie die persönlichen Blickwinkel der Spielerinnen sowie deren Familienplanung und gleichgeschlechtliche Beziehungen eine Rolle. Und nicht zuletzt ein Gefühl, das die Mannschaft unter Ägide von Martina Voss-Tecklenburg auslöste, was bei den DFB-Männern seit Jahren vermisst wird: Euphorie. Knapp 18 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer fieberten im EM-Finale 2022 vor den Bildschirmen mit.

"Die EM hat Wunden hinterlassen"

"Sie haben eine ganze Nation in ihren Bann gezogen", beobachtete auch Regisseur Björn Tanneberger. "Im Finale haben sie verloren und schlussendlich doch gewonnen – die Herzen von Millionen." Kollegin Marina Hänsel fügt hinzu: "Die EM hat Wunden hinterlassen, die verarbeitet werden müssen, es geht um Scheitern, Aufstehen, Druck und neue Sichtbarkeit, während sich die Spielerinnen schon neuen Herausforderungen stellen müssen." Das Ergebnis sei "erschreckend ehrlich" und "tief berührend", wie die Filmemacherin verspricht.

Lief die erste Staffel von "Born for this – Mehr als Fußball", die erste serielle Frauenfußball-Doku über eine Nationalmannschaft fürs TV weltweit, noch gemeinschaftlich in der ARD, bei Sky und MagentaTV, sicherte sich das ZDF für die neuen vier Folgen die Exklusivrechte. Die Doku zeige "den hohen Stellenwert dieses Sports, den das ZDF seit langem unterstützt und weiter fördert", ließ sich ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten zitieren.

Der ersten Folge gibt der Sender gleich zweimal im Free-TV die Bühne. Nach der Erstausstrahlung am Samstag, 15. Juli, um 21.45 Uhr wiederholt das ZDF die Dokumentation tags darauf am Sonntag, 16. Juli, um 17.10 Uhr. Die restlichen drei Episoden von "Born for this – Mehr als Fußball" finden dann nach dem Ende der WM 2023 am 20. August ihre Heimat in der ZDFmediathek,

Born for this – Mehr als Fußball – Sa. 15.07. – ZDF: 21.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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