Schauspielerin im Interview

20 Jahre "SOKO Leipzig" mit Melanie Marschke: "Gemeinsam erwachsen geworden"

25.08.2021, 09.36 Uhr

Melanie Marschke spielt die Hauptkommissarin und Leiterin der SOKO Leipzig. Im prisma-Interview verrät sie, was sie an der Serie mag und welche Folge ihr am besten gefällt.

Sie spielen seit 2001 die Rolle der Ina Zimmermann. Was bedeutet Ihnen diese Figur?

Sie begleitet mich einen großen Teil meines Erwachsenenlebens. Wir sind quasi gemeinsam erwachsen geworden. In vielen Lebensbereichen gibt es Parallelen – zum Beispiel die Mutterschaft. Ich finde es faszinierend, solange dieselbe Rolle zu spielen und erleben zu dürfen, wie sie sich weiterentwickelt. Und natürlich ist es auch schön zu sehen, dass die Zuschauer den Weg mit der Serie und der Figur gemeinsam gehen.

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Hätten Sie anfangs gedacht, solange die Rolle zu verkörpern?

Um Himmels Willen, nein! Ich war damals 29 Jahre alt und noch ganz am Anfang meiner Karriere, Ina Zimmermann war meine erste Serienhauptrolle. Am Set habe ich mit den Kollegen, die alle schon länger im Geschäft wären, gesprochen, und wir dachten, die Serie würde vielleicht zwei oder drei Jahre laufen. Mit der Zeit sind wir alle sesshaft geworden, plötzlich waren wir zehn Jahre bei SOKO Leipzig dabei. Dann waren es 15, nun sind wir bei 20 ...

20 Jahre "SOKO Leipzig" – das sind mehr als 450 gelöste Fälle. Haben Sie einen Lieblingsfall?

Da wäre zum Beispiel mein erster 90-Minüter "Istanbul Connection", der eine dramatische Geschichte im Leben meiner Figur erzählt. Das war ein persönliches Highlight. Aber auch die anderen Ausland-Drehs. Spannend waren auch die Folgen, in denen es um die DDR-Vergangenheit ging – da habe ich oft mir bislang noch unbekannte Details erfahren. Insgesamt fällt es mir schwer, eine Lieblingsfolge herauszupicken. Ich kann Ihnen alles nachspielen, aber ich erinnere mich bei den ganzen Folgen kaum an die jeweiligen Titel – es sind einfach zu viele!

Gab es auch mal einen Fall, den Sie ungern gespielt haben?

Ja, das sind meist Folgen gewesen, in denen es um Kinder und Morde an Kindern ging. Wir haben zum Beispiel einmal eine Kinderleiche aus einem See geholt. Natürlich handelte es sich um eine Puppe, dennoch war die Situation sehr belastend. Auch Vergewaltigungen sind immer ein schwieriges Thema. In der aktuellen Staffel gibt es eine Folge, in der Frauen Opfer von Säureattentaten werden. Ebenfalls heikel, da man in solchen Fällen auch nicht zu sehr die Realität abbilden oder jemanden auf die Idee bringen möchte, auf was für perfide Arten man sich an Frauen rächen kann.

Sie sind seit 20 Jahren Fernsehkommissarin – verändert so eine Rolle den eigenen Blickwinkel?

Ich habe mittlerweile ein anderes Bewusstsein für die Arbeit von Polizisten und sehr viel Respekt vor deren Job, gerade in der Mordkommission. Im Alltag merke ich auch, dass es Situationen gibt, in denen meine Wahrnehmung geschärft ist – wenn zum Beispiel etwas merkwürdig ist oder jemand Hilfe benötigt.

Sie leben in Leipzig. Wie fühlt es sich an, quasi vor der eigenen Haustür zu drehen?

Die Stadt habe ich als Privatperson am Anfang eher sekundär kennengelernt, viele Ecken habe ich tatsächlich erst durch meine Arbeit kennengelernt. Durch die Dreharbeiten sind mir viel mehr Orte zugänglich als normalen Bewohnern, von der luxuriösen Villa bis zum heruntergekommenen Industriegelände. Durch SOKO Leipzig habe ich die Stadt in ihrer gesamten Bandbreite kennengelernt. Und ich habe in den vergangenen 20 Jahren hautnah den Wandel hin zu einer lebendigen, vielfältigen Stadt mitbekommen.

Haben Sie einen Lieblingsort?

Gerade in der Corona-Zeit habe ich die vielen Parks der Stadt wieder schätzen gelernt und mich dort mit Freunden verabredet. Ich bin aber auch gerne mal in der Innenstadt oder der Südvorstadt unterwegs, wo es tolle Restaurants und Bars gibt und ich genieße es sehr, dass man jetzt endlich wieder ausgehen darf.

SOKO Leipzig feiert den 20. Geburtstag – was wünschen Sie der Serie?

Dass ihr der Raum gegeben wird, sich weiterentwickeln zu können. Dass die hohe Qualität gehalten, wenn nicht sogar noch gesteigert werden kann. Ich glaube, dass da noch vieles möglich ist und auch die Figuren noch nicht auserzählt sind. Ich würde mir wünschen, dass die Serie weiterhin so spannend und modern erzählt. Sie darf kein Abklatsch von sich selbst werden, denn dann wäre es an der Zeit, aufzuhören.

TV-TIPP

  • "SOKO Leipzig"
  • neue Folgen ab 27. August, 21.15 Uhr, ZDF

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