"Immer wieder sonntags" abgesetzt

"So etwas macht man nicht": Stefan Mross kritisiert ARD nach Show-Aus

22.05.2026, 08.50 Uhr
Nach mehr als zwei Jahrzehnten endet für Stefan Mross ein wichtiges Kapitel. Über die Art der Trennung findet der Moderator klare Worte.
Stefan Mross steht auf der Bühne und schaut ernst.
Stefan Mross moderierte "Immer wieder sonntags" seit 2005.  Fotoquelle: picture alliance / Geisler-Fotopress | Agentur Wehnert/M. Gränzdörfer

Stefan Mross hat sich deutlich zum geplanten Ende von „Immer wieder sonntags“ geäußert. Für den langjährigen Moderator kam die Entscheidung der ARD offenbar überraschend: Nach rund drei Jahrzehnten soll die Musikshow 2026 eingestellt werden. Der SWR bestätigte im März das Aus des Formats. Zuvor stehen ab dem 31. Mai noch 13 Live-Sendungen auf dem Programm, ehe am 6. September die letzte reguläre Ausgabe läuft. Eine Woche später folgt zum Abschluss ein Best-of.

Das abrupte Vorgehen löste bei Mross laut eigener Aussage Enttäuschung aus. Er schilderte, erst wenige Stunden vor der öffentlichen Bekanntgabe in einem persönlichen Gespräch informiert worden zu sein – das Vorgehen habe er als "eiskalt" empfunden. Anfangs habe er das Treffen für eine reguläre Planungsrunde gehalten. Die Ankündigung überbrachten ihm dann schließlich zwei Vertreter des Südwestrundfunks (SWR) im kleinen Kreis.

So reagierte Stefan Mross auf das Ende der ARD-Show

Mross berichtete gegenüber verschiedenen Medien, er sei schockiert gewesen und habe sich geweigert, vorgefertigte Statements zu unterschreiben. Diese hätten den Eindruck erwecken sollen, das Ende der Show sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Seine Partnerin Eva Luginger war bei dem Gespräch anwesend und begleitete ihn nach draußen, damit er sich sammeln konnte. Zur ARD sagte er: "Dass man sich nach 22 Jahren so trennt, ist nicht fair. So etwas macht man nicht."

"Immer wieder sonntags" abgesetzt: Mross versteht ARD-Entscheidung nicht

In mehreren Interviews betonte der Schlagersänger, wie stark ihn das Aus emotional getroffen habe: "Natürlich sind da auch Tränen geflossen. So etwas steckt man nicht so leicht weg." "Immer wieder sonntags" sei seine große Liebe und sein Lebenselixier gewesen. Mross moderierte die Sendung seit 2005 und prägte sie über mehr als zwei Dekaden.

Die ARD begründete die Entscheidung mit Sparmaßnahmen, der geplanten Investition in neue digitale Unterhaltungsformate und einer Ausrichtung auf ein jüngeres Publikum. Mross reagierte mit Unverständnis und verwies auf stabile Quoten: Zuletzt habe die Sendung über 1,27 Millionen Zuschauer und 17 Prozent Marktanteil erreicht.

Das Formatende hat für den Moderator auch wirtschaftliche Folgen. Er erklärte, nun über Kompensationsmöglichkeiten nachzudenken, und berichtete von Rückhalt aus seinem beruflichen Umfeld. Für seine geplante "Immer wieder Stefan"-Tour 2027, die aktuell mit 60 Terminen geplant ist, werden die Ticketpreise gesenkt, und die beteiligten Künstler verzichten auf einen Teil ihrer Gage.

Nach ARD-Aus: Stefan Mross spricht mit Privatsendern

Nach dem Aus strebt der 50-Jährige eine Fortsetzung außerhalb der ARD an. Die Studiokulisse im Europa-Park, Schauplatz zahlreicher Ausgaben, bleibt vorerst bestehen. Mross teilte mit: "Wir sind derzeit in Gesprächen mit Privatsendern. Ich bin zuversichtlich, dass da was klappt. Ob die Sendung dann 'Immer wieder sonntags' heißt, wie das Konzept aussieht etc., kann ich noch nicht sagen, aber wir bleiben dran." Konkrete Abschlüsse liegen bislang allerdings nicht vor.

Andere TV-Formate kommen für Mross nach eigenen Angaben nicht infrage. Im Gespräch mit Bild.de stellte er klar, die Teilnahme an Formaten wie "Dschungelcamp" oder "Sommerhaus der Stars" kategorisch auszuschließen, obwohl bereits Anfragen aus dem Reality-TV vorlägen.

Für den Sommer 2026 kündigte Mross an, die letzten Sendungen mit gewohnter Leidenschaft zu moderieren. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte er: "Es werden wieder Millionen Leute begeistert sein und wir werden eine saugeile Staffel hinlegen wie jedes Jahr." Die finale Live-Folge ist für den 6. September 2026 terminiert; am 13. September folgt ein Best-of.

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