Weihnachts-Klassiker

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel: 9 spannende Fakten zum Film

25.12.2024, 10.46 Uhr
von Natasa Unkel
"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" basiert auf auf dem Märchen "Aschenputtel" der Gebrüder Grimm.
"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" basiert auf auf dem Märchen "Aschenputtel" der Gebrüder Grimm.  Fotoquelle: picture-alliance/ dpa | DB WDR/Degeto

Vor 51 Jahren wurde „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht und zählt seitdem zu den absoluten Klassikern in der Weihnachtszeit. Interessante Fakten zum Film und die Sendetermine findet ihr hier.

1. Der verlorene Schuh

Fans können Aschenbrödels verlorenen Schuh auf Schloss Moritzburg in Dresden bewundern. Auf der Treppe, auf der das Aschenbrödel seinen Schuh verloren hat, gibt es eine Nachbildung des Schuhs aus Bronze. Außerdem gilt die Treppe als beliebter Ort für Heiratsanträge. Eine Sonderausstellung zum Film gibt es in den Wintermonaten – die Drehorte um das Schloss herum sind aber auch in den Sommermonaten beliebte Touristenziele. Den Ballsaal aus dem Film werden Fans hier aber nicht finden – die Innenszenen wurden damals in einem Filmstudio in Prag gedreht.

2. Weiterer Drehort

Neben Schloss Moritzburg ist auch noch die Burg Švihov, die das Gehöft der Stiefmutter darstellt, in Tschechien ein wichtiger Drehort. In der Nähe des Ortes Klattau und etwa 40 Kilometer von der bayrischen Grenze entfernt liegt die Burg, die nur in den Sommermonaten für Besichtigungen geöffnet ist. Hier gibt es aber auch eine Aschenbrödel-Ausstellung mit vielen Requisiten aus dem Film. Ganz in der Nähe der Burg befindet sich auch der Weiher, in den die Stiefmutter und -schwester des Aschenbrödels am Ende des Films stürzen. Die Szenen im Wald wurden im Böhmerwald-Vorgebirge gedreht.

3. Geplant als Frühlingsfilm

Gedreht werden sollte eigentlich im Frühling. Die DEFA (Deutsche Film AG) drängte aber darauf, im Winter zu drehen. Für den Frühling und den Sommer waren bereits viele Filmprojekte geplant und die Verantwortlichen wollten, dass die Mitarbeiter der Babelsberger Filmstudios auch im Winter ausgelastet waren. So wurde schließlich aus dem Märchen- ein Winterfilm.

4. Fischmehl statt Schnee

Auch wenn im Winter 1972/1973 gedreht wurde, so lag um das Schloss Moritzburg herum kaum Schnee. Der See war zwar gefroren, aber tiefschwarz. So mussten Schlittschuhläufer die Oberfläche aufkratzen und eine Schnee-Attrappe musste her: Fischmehl – und davon viel!

5. Apropos Schnee

Beim Schnitt des Films war dann auch Improvisations-Talent gefragt. In der letzten Szene des Films sieht man nämlich das Aschenbrödel alleine in die Dämmerung reiten. Gewollt war das nicht – die Protagonistin sollte gemeinsam mit ihrem Prinzen davonreiten. Schauspieler Pavel Trávnícek war aber mit seinem Pferd im Schnee stecken geblieben – und da der Schnee nun schon von den Pferden umgepflügt worden war, konnte die Szene nicht noch einmal gedreht werden.

6. Ein emanzipiertes Aschenbrödel

Ganz schön eigenwillig, dieses Aschenbrödel! Dass wir hier eine Protagonistin zu sehen bekommen, die sich ihrem Schicksal nicht ohnmächtig ergibt, liegt an der Vorlage zum Drehbuch: Diese stammt aus der Feder der Tschechin Bozena Nemcová, die mit „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ zwischen 1842 und 1845 eine abgewandelte Version des Grimmschen Märchens Aschenputtel schrieb. Und da Nemcová für ihre Zeit sehr fortschrittlich war, wurde auch das Aschenbrödel eigenständiger.

7. Tierische Darsteller

Die Eule Rosalie, die Aschenbrödels Kostbarkeiten bewacht, wurde von einem deutschen Tierpark ausgeliehen. Das arme Tierchen kniff immer wieder die Augen zusammen, da ihn das grelle Licht für die Dreharbeiten störte. Der Regisseur des Films hatte dann die Idee, die Eule mit einem Strohhalm zu zwicken – und schließlich zwinkerte Rosalie so dem Aschenbrödel zu und forderte es auf die Zaubernüsse zu öffnen.

8. Verdrehte Köpfe

Hauptdarstellerin Libuše Šafránková verdrehte nicht nur als Aschenbrödel dem Prinzen den Kopf. Augenzeugen erzählten später, dass fast alle männlichen Filmmitarbeiter die damals 19-jährige Tschechin anschmachteten. 2021 ist die Schauspielerin im Alter von 68 Jahren in Prag gestorben. Nach Drei Haselnüsse für Aschenbrödel war sie weiterhin als Schauspielerin erfolgreich und spielte in etlichen Märchenverfilmungen mit.

9. Ein Hit in Norwegen

Die deutsch-tschechische Produktion ist bekanntermaßen ein Riesen-Hit hierzulande – in Tschechien hingegen konnte der Film nicht so sehr überzeugen. Dafür haben aber die Norweger großen Gefallen an dem Klassiker gefunden. In Norwegen werden nur Kino-Filme synchronisiert. Da man von kleinen Kindern aber nicht erwarten kann, dass sie den Untertiteln folgen können, hat man sich hier etwas anderes ausgedacht: Ein Sprecher erzählt die Geschichte im Hintergrund und spricht dabei auch den Text aller Figuren. In der norwegischen Version fehlt auch die Szene mit dem sterbenden Fuchs. Seit 2021 gibt es auch eine norwegische Neuauflage des Märchens. Und ganz getreu dem Original spielt auch die neue Version im Winter. Zu sehen auf Amazon Prime.

Alle Sendermine

Und hier gibt es in diesem Jahr den Weihnachts-Klassiker noch zu sehen:

  • 15.12.2024 um 15:35 Uhr (WDR)
  • 22.12.2024 um 14:15 Uhr (NDR)
  • 24.12.2024 um 13:30 Uhr (Das Erste)
  • 24.12.2024 um 14:55 Uhr (BR)
  • 24.12.2024 um 16:45 Uhr (NDR)
  • 24.12.2024 um 20:15 Uhr (WDR)
  • 25.12.2024 um 09:50 Uhr (Das Erste)
  • 25.12.2024 um 16:35 Uhr (RBB)
  • 25.12.2024 um 18:50 Uhr (ONE)
  • 26.12.2024 um 17:25 Uhr (MDR)
  • 29.12.2024 um 12:00 Uhr (KiKA)
  • 01.01.2025 um 14:20 Uhr (SWR)
  • 06.01.2025 um 11:15 Uhr (BR)

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