"Weltspiegel extra: Fünf Jahre nach dem Sturm aufs Kapitol"

Fünf Jahre nach dem Kapitolsturm: Wie gespalten Amerika heute ist

06.01.2026, 06.30 Uhr
Fünf Jahre nach dem Sturm auf das Kapitol ist Trump wieder Präsident und hat die Verurteilten begnadigt. Die ARD-Reportage "Weltspiegel extra" untersucht die Auswirkungen dieser Ereignisse und die veränderte Wahrnehmung in den USA.

Parolen schreiende Typen in Trump-Kluft ziehen entschlossen Richtung Kapitol, wo gerade die Wahlniederlage ihres Idols besiegelt werden soll. Die Lage eskaliert, Absperrgitter fliegen, die Polizei wirft Rauchgranaten, wird aber von der Masse überrannt. Fünf Jahre ist es her, dass der Kapitolsturm in Washington D.C. die USA und die Welt erschütterte.

ARD
Weltspiegel extra: Fünf Jahre nach dem Sturm aufs Kapitol
Reportage • 06.01.2026 • 23:35 Uhr

Die Geschichte eines verurteilten Kapitolstürmers

Der 6. Januar 2021 ging als ein Tag in die US-Geschichte ein, an dem die Grundpfeiler der Demokratie ins Wanken gerieten. Fünf Menschen kamen ums Leben, über 100 wurden verletzt. Beeinflusst wurde der teilweise bewaffnete Mob auch vom damals abgewählten Präsidenten Trump, der immer wieder von einer "gestohlenen Wahl" sprach und nach seinem zweiten Wahlerfolg dann zahlreiche Verurteilte begnadigte. Welche Folgen die schockierenden Ereignisse bis heute für die US-Gesellschaft haben, zeigt nun ein "Weltspiegel extra" anlässlich des Jahrestages.

Der Film von Gudrun Engel und Urike Brincker erzählt anhand zweier individueller Geschichten, wie der Kapitolsturm die Staaten prägte – und wie sich der Blick darauf in den vergangenen Jahren veränderte. Da ist zum einen Brian Jackson, der als Teil des Mobs am Sturm beteiligt war. Weil er einen Fahnenmast auf Menschen schleuderte, wurde er verurteilt, kam ins Gefängnis und wurde schließlich mit Beginn der zweiten Amtszeit Trumps freigelassen. Er gehört zu den 1500 Kapitol-Stürmern, die der amtierende Präsident begnadigte. Er habe ein Opfer für Amerika gebracht, sagt Jackson, der sich selbst als "Geisel" des politischen Gegners bezeichnet. In der Reportage erklären er und seine Verlobte, wie viel Hoffnung sie in Donald Trump setzen, der mit den Begnadigungen ein zentrales Versprechen gehalten hat.

Was der Umgang mit dem Kapitolsturm über die USA sagt

Wie sich der Diskurs in den Staaten verändert hat, illustriert auch das zweite Beispiel der Reportage: Polizist Brian Sicknick stellte sich vor fünf Jahren dem Mob entgegen und erlitt inmitten der Ereignisse einen doppelten Schlaganfall, an dessen Folgen er am nächsten Tag verstarb.



Dass Trump die Täter von damals begnadigte, macht die Eltern des Toten fassungslos. Sollte es letztlich etwa sinnlos gewesen sein, dass ihr Sohn das Kapitol verteidigte? Während sie ihr Vertrauen in die Institutionen verloren haben, fühlt man sich auf der Gegenseite bestätigt: Mit Blick auf den 6. Januar 2021 scheint in Trumps Amerika ein neues Narrativ samt Täter-Opfer-Umkehr die Oberhand zu gewinnen.

Weltspiegel extra: Fünf Jahre nach dem Sturm aufs Kapitol – Di. 06.01. – ARD: 23.35 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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