Ihre Karriere

"Nord bei Nordwest"-Star über schlimme Zeit: "Ich war verzweifelt"

19.02.2026, 09.52 Uhr
Viele kennen sie aus dem Fernsehen, doch Sicherheit brachte die Rolle nicht. Plötzlich blieb das Geld aus — und sie wusste nicht mehr weiter.

Regine Hentschel ist seit vielen Jahren eine feste Größe im deutschen Fernsehen und wird besonders mit der ARD-Reihe „Nord bei Nordwest“ verbunden. Doch Bekanntheit schützt in dieser Branche nicht vor Unsicherheit. In einem Interview mit t-online sprach die Schauspielerin nun ungewöhnlich offen über Phasen ohne Engagements, finanzielle Nöte und Augenblicke, in denen sie ernsthaft an ihrer beruflichen Zukunft zweifelte.

Dass es für Frauen mit zunehmendem Alter schwieriger wird, Rollen zu bekommen, erlebt auch sie. Dennoch sagt Hentschel: "Ich habe das Glück, dass ich ein sehr spezieller Typ bin und deshalb ein viel größeres Einsatzfeld als manche andere Schauspielerinnen habe." Dennoch merke sie auch, "dass die Rollen weniger geworden sind." Der Grund dafür liegt für sie im System selbst. "Der Beruf ist unberechenbar. Es gibt wenige Festanstellungen, keine dauerhaften Verträge. Man muss sich von einem Projekt zum nächsten hangeln." Man müsse sich eine dicke Haut zulegen ("Ohne eine gewisse Resilienz schafft man es nicht") und sich zusätzliche Standbeine suchen, so die Schauspielerin.

Zweiter Beruf: Wie Coaching Hentschel finanzielle Sicherheit gibt

Hentschel selbst studierte parallel zur ihrer Schauspielarbeit Sozialarbeit und Pädagogik. Ein Schritt, der sich erst später als entscheidend erwies. "Meine Schauspiellehrer meinten damals, ich soll das Studium bloß abschließen." Lange habe ihr der Abschluss wenig bedeutet. "Heute bin ich dafür dankbar." Er ermöglichte ihr den Weg ins Coaching. Dort profitiert sie von ihren eigenen Erfahrungen. "Ich weiß, wie es ist, Absagen zu kassieren, trotzdem den Glauben an sich aufrechtzuerhalten und perspektivisch planen zu müssen."

Als Regine Hentschels Einkommen wegbrach

Existenzängste kennt sie trotzdem aus erster Hand. Einmal sei es besonders schlimm gewesen. Damals sei ein Bildungsträger pleite gegangen, für den sie gearbeitet hatte: "Das Geld blieb mit einem Mal aus. Ich war verzweifelt. Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte." Die Wende kam überraschend. "Dann kam durch Zufall das Casting für einen Werbefilm rein." Dort ließ sie alles heraus. "Ich habe meine ganze Verzweiflung, meine Wut und Angst in meine Improvisation gelegt." Der Mut zahlte sich aus. "Sie haben mich genommen, weil sie genau das haben wollten." Für Hentschel war das mehr als ein Job. "Das war für mich eine Art Therapie – aber auch mein Ausweg aus der Existenzkrise."

Hentschel zog aus der Erfahrung die Lehre, dass es wichtig ist, sich "ein finanzielles Polster zuzulegen." Heute plant sie ihre Ausgaben genau: "Ich lebe nur mit Rücklagen. Ich weiß genau, wie viel ich davon verbrauchen kann." Ihr sei bewusst, dass sie einen "hohen Lebensstandard habe und viel brauche, um glücklich zu sein", deshalb sei ihr klar gewesen, dass meine "meine Arbeit als Schauspielerin dafür nicht ausreicht".


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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