Achtung Tiertransport
13.01.2025 • 23:35 - 00:20 Uhr
Info, Wirtschaft + Konsum
Lesermeinung
ARD/MDR ACHTUNG TIERTRANSPORT - LANGE WEGE AUF DEN TELLER, am Montag (13.01.25) um 23:35 Uhr im ERSTEN.
Stefan de Keersmaecker ist Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Er sagt zum Vorschlag der EU für eine neue Tiertransport-Richtlinie: „Die neuen Vorschriften werden die Situation der Tiere auf Transporten verbessern.“ Aber auch: „Ein Exportverbot von Tieren aus der EU in Drittstaaten ist nicht vorgesehen“. Zugleich weist er darauf hin: „Die Transportverordnung gilt für alle Tierarten, soll also Rinder gleichermaßen wie Geflügel schützen“.
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Der junge Mann mit dunkelblondem Haar im akkuraten Anzug ist Stefan de Keersmaecker, Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Im Hintergrund ist auch das Blau der EU-Fahne in seinem Büro zu sehen. Er spricht sich für eine verbesserte EU-Transportverordnung aus, schränkt aber auch aus wirtschaftlichen Gründen ein. Einen generellen Exportstopp aus der EU in Drittländer plane die EU nicht, sagt er.
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ARD/MDR ACHTUNG TIERTRANSPORT - LANGE WEGE AUF DEN TELLER, am Montag (13.01.25) um 23:35 Uhr im ERSTEN.
Ein Masthähnchen auf einem LKW, der letzte Weg des Tieres zur Schlachtung. Nur vier Wochen Mast liegen hinter dem Hähnchen. Etwa 600 Millionen werden jedes Jahr in Deutschland gegessen. Etwa zwanzig Millionen überleben schon die vierwöchige Mast nicht. 
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Der Kopf eines weißen Hähnchens hinter Plastikgittern. Das Tier mit dem roten Kamm schaut zu uns her. Es ist nach nur vier Wochen Mast auf einem LKW auf seinem letzten Weg vom Stall in einen Schlachthof.
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ARD/MDR ACHTUNG TIERTRANSPORT - LANGE WEGE AUF DEN TELLER, am Montag (13.01.25) um 23:35 Uhr im ERSTEN.
Dr. Zoe Mayer auf einer Konferenz der Grünen zum Thema Tiertransport in Berlin. Sie ist Mitglied des Bundestages und setzt sich engagiert für ein novelliertes, verbessertes deutsches Tierschutzgesetz ein. Sie sagt: „Wir brauchen ein neues Tierschutzgesetz in Deutschland, das die ganze Kette einschließt und die Tiere wirksam vom Stall bis in die Schlachthöfe schützt“.
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Die junge Frau mit langem, braunem Haar ist Dr. Zoe Mayer, ein Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Hintergrund sind mehrere Leute zu sehen, weil sich Frau Dr. Mayer auf einer Konferenz zum Thema Tiertransporte befindet.
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ARD/MDR ACHTUNG TIERTRANSPORT - LANGE WEGE AUF DEN TELLER, am Montag (13.01.25) um 23:35 Uhr im ERSTEN.
Dieses Rind war wochenlang auf einem Frachter von Brasilien in die Türkei unterwegs. Jetzt auf einem LKW hat das erschöpfte Tier noch einmal einen Transport durch die Türkei vor sich.
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Der Kopf eines stark verschmutzten Rindes auf einem LKW ist zu sehen. Das Tier schaut uns an. Es wurde per Schiff aus Brasilien in die Türkei transportiert, dort entladen und wird jetzt auf einem LKW durch die Türkei weiter verfrachtet.
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Originaltitel
Achtung Tiertransport: Lange Wege auf den Teller
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
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Manfred Karremann deckt auf: "Geflügeltransporte sind oft noch immer katastrophal"

Von Elisa Eberle

Das Leid von Nutztieren beschäftigt Manfred Karremann seit mehr als drei Jahrzehnten. In seinem neuen "ARD Dokumentarfilm: Achtung Tiertransport" widmet sich der Investigativ-Journalist nun dem hauptleidtragenden Geflügel.

Die Zahlen sind schockierend: 1,6 Milliarden Nutztiere werden jedes Jahr lebend durch die Europäischen Union transportiert, allein in Deutschland sind es hunderte Millionen, die oft schreckliche Qualen erleiden, ehe sie zum Verzehr auf den Tellern landen. Besonders schwer trifft es das Geflügel, auf das Manfred Karremann deshalb das Hauptaugenmerk seines neuen ARD Dokumentarfilms "Achtung Tiertransporte" legt. Bereits ab Freitag, 27. Dezember, steht der Film in der ARD Mediathek zum Abruf bereit.

"Wenn von Tiertransporten die Rede ist, denken viele Menschen an schlimme Szenen aus dem Nahen Osten", berichtet Manfred Karremann im Interview: "In Deutschland hat sich in den letzten Jahren vieles verbessert, mit einer Ausnahme: Geflügeltransporte sind oft noch immer katastrophal tierschutzwidrig." Der renommierte Investigativ-Journalist und Filmemacher betont: "Es war mir bei diesem Film ein besonderes Anliegen, auf Hähnchen, Hühner und Puten aufmerksam zu machen. Gerade weil 'Federvieh' nicht zu den Sympathieträgern gehört. Es sind von der Zahl her die am meisten transportieren Tiere und zugleich die, die am meisten leiden."

"Missionarischer Eifer hat keinen Platz in einem Film"

Bei der Auswahl seiner Gesprächspartner für den Film achtete Karremann darauf, möglichst alle beteiligten Parteien anzusprechen: "Ich habe sowohl Tierschützer als Gesprächspartner getroffen als auch Politiker in Berlin und Brüssel. Daneben Hähnchenproduzenten, Kälbermäster, Exporteure und Bauern. Auch deren Sicht und Informationen sind wichtig für einen ausgewogenen Film." Kälbermäster in Deutschland seien Teil des Films, "um auch jene abzuholen, die Fleisch essen. Das ist die Mehrzahl der Menschen, und es ist die Entscheidung jedes Einzelnen was er essen möchte, und was nicht". Karremann: "Missionarischer Eifer hat keinen Platz in einem Film."

Und so zeigt der Film nicht nur die Polizei bei großangelegten Überprüfungen von Tiertransporten auf einem Rastplatz bei Bremen, sondern er wirft auch einen Blick auf das geplante neue Tierschutzgestz der EU: Kann es das Leid der Tiere wirklich stoppen?

Karremanns Beiträge jedenfalls zeigen durchaus Wirkung. So wurden nach der Ausstrahlung des Films "No Rights for Animals" unter anderem Millionen Beschwerdebriefe an das Bundesministerium für Landwirtschaft geschickt. Tiertransporte der Deutschen Bahn wurden Ende der 90er-Jahre als Reaktion auf einen Film eingestellt. Dem Geflügel bleibt zu wünschen, dass auch der "ARD Dokumentarfilm: Achtung Tiertransport" eine ähnliche Wirkung erzielt.

ARD Dokumentarfilm: Achtung Tiertransport – Mo. 13.01. – ARD: 23.35 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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