In Afghanistan herrscht seit vier Jahrzehnten der Ausnahmezustand. Betroffen vom Irrsinn religiösen Wahns sind vor allem die Frauen.

Es sind Bilder von einer Normalität, die fast in Vergessenheit geraten ist: In Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, gehen Mädchen zur Schule, ihre Haare sind kaum bedeckt, die Röcke kurz. Das war in den 1960er-Jahren. Vor mehr als 40 Jahren wurde sogar noch eine "Miss Afghanistan" gewählt. Doch mit dem Sturz des Königshauses in den 1970er-Jahren, das sogar ein Frauenwahlrecht installiert hatte, änderte sich die Situation in dem eigentlich friedliebenden Land drastisch.

Unter der Regie von Lucio Mollica, Marcel Mettelsiefen und Mayte Carrasco blickt der Film "Afghanistan. Unser verwundetes Land" auf 40 Jahre Krieg und Ausnahmezustand in der heute Islamischen Republik zurück. Erstmals sprechen Frauen, wie die ehemalige "Miss Afghanistan 1972", die aktuelle Staatsministerin für Menschenrechte oder die Tochter des letzten kommunistischen Präsidenten darüber, wie sich das Leben der Afghaninnen in den Wirren der Vergangenheit immer wieder verändert hat.

Unter einem rigiden islamischen Recht werden auch heute noch viele unter die Burka gezwungen. Und in einem Gesetz zur Regelung des Familienlebens steht sogar immer noch: "Die Frau ist verpflichtet, den sexuellen Bedürfnissen ihres Mannes jederzeit nachzukommen."

Dokumentarfilm im Ersten: Afghanistan. Unser verwundetes Land – Mo. 06.07. – ARD: 23.35 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH