Die Doku "Bolshoi Babylon" blickt hinter die Kulissen des berühmten Theaters und versucht dies mit einer Bestandsaufnahme russischer Befindlichkeiten zu verknüpfen.

Die Regisseure Nick Read und Mark Franchetti gewähren einen unzensierten Blick hinter die Kulissen des berühmten russischen Bolshoi-Theaters. Ihr Ziel war es, die Intrigen und Konflikte im Hintergund aufzuzeigen, denn im Januar 2013 wurde auf den künstlerischen Leiter des Balletts ein Säureanschlag verübt, den offensichtlich einer der Solotänzer in Auftrag gegeben hatte. Die Korruption und die Gnadenlosigkeit hinter der Bühne traten erstmalig zutage. Sogar die Politik schaltete sich ein, um den Ruf der altehrwürdigen Kulturinstitution zu retten. Die ambitionierte Doku "Bolshoi Babylon" analysiert nun die zerrüttete Seele des Theaters, die womöglich sinnbildlich den Zustand des gesamten Landes repräsentiert. Intime Einblicke in die dramatischen Machtkämpfe nebst fulminanten Ballett-Aufnahmen versuchen, ehrlich zu sein, ohne den Mythos zu zerstören.


Quelle: teleschau – der Mediendienst