Dahlmanns letzte Bescherung
22.12.2025 • 20:15 - 21:50 Uhr
Fernsehfilm, Komödie
Lesermeinung
"Dahlmanns letzte Bescherung": Leander Dahlmann (Heino Ferch, l.), Therese Dahlmann (Anja Kling, M.) und Jochen Dahlmann (Jürgen Vogel, r.)
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Susa Dahlmann (Ulrike C. Tscharre) ist unglücklich.
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Therese Dahlmann (Anja Kling, l.) benötigt während des verhassten Familienbesuchs die moralische Unterstützung ihrer Lebensgefährtin Emma (Carol Schuler, r.).
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Jochen Dahlmann (Jürgen Vogel) und seine Nichte Tabea Dahlmann (Maja Bons) freuen sich über den Schnee.
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Originaltitel
Dahlmanns letzte Bescherung
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Altersfreigabe
12+
Fernsehfilm, Komödie

Tödliches Familientreffen in den Bergen

Von Susanne Bald

Eine Familie wird an den Feiertagen in einem abgelegenen Anwesen eingeschneit. Am nächsten Morgen liegt der Patriarch tot auf dem Boden. In bester Agatha-Christie-Manier entspinnt sich ein Feuerwerk aus Verdächtigungen, Skurrilitäten und jeder Menge Beziehungsdrama. Eine gelungene, starbesetzte Bescherung.

Da wollen drei Kinder wie immer Weihnachten mit ihrem Vater auf dessen Jagdanwesen in den Bergen verbringen, und dann liegt Letzterer plötzlich mit einer Stichwunde im Rücken tot auf dem Boden. Ja, es ist eindeutig "Dahlmanns letzte Bescherung", wie schon der Titel der deutsch-österreichischen Weihnachtskrimikomödie, am Montagabend im ZDF sowie vorab in der Mediathek, verrät.

Alfons Dahlmann (Thomas Thieme) war der Chef einer großen Fleisch- und Wurstwaren-Fabrik. Seine Kinder sind zwar längst zwar erwachsen, Missgunst und Sticheleien zwischen ihnen aber sind geblieben: Die Krimiautorin Therese (Anja Kling) – "die einzige normale in der Familie", wie sie findet – ist mit ihrer Lebensgefährtin Emma (Carol Schuler, Klings Spielpartnerin aus den Filmen "Zweibettzimmer" und "Dreiraumwohnung") angereist.

Der schnöselige Workaholic Leander (Heino Ferch, der skurrilerweise die gleiche Seitenscheitelmatte wie sonst in der ARD-Reihe "Allmen" trägt) ist einer der Geschäftsführer in Vaters Firma und mit seiner resignierten Ehefrau Susa (Ulrike C. Tscharre) und Tochter Tabea (Maja Bons) zu Besuch. Zu seinem Missfallen taucht auch Bruder Jochen (Jürgen Vogel), vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, zum Familientreffen in den Bergen auf.

Nachdem Alfons die maulende Meute am Abend mit der Nachricht überrascht hatte, dass er sich in wenigen Tagen zur Ruhe setzen und sein Unternehmen in neue Hände geben werde, sollten sie am Morgen eigentlich erfahren, in wessen Hände genau. Doch stattdessen ist Alfons tot und sein Safe mit den wichtigsten Dokumenten spurlos verschwunden.

Agatha Christie lässt grüßen

Und nun lässt es der vielfach prämierte Drehbuchautor Magnus Vattrodt ("Das Zeugenhaus", "Die Wannseekonferenz", "Tatort") so richtig krachen. In bester Agatha-Christie-Manier schließt ein Schneesturm die Anwesenden in der düsteren Villa mit den bedrohlich wirkenden ausgestopften Tierköpfen an den Wänden ein. Neben den Geschwistern sind das Viktoria (Margarita Broich), die verhasste zweite Ehefrau des Vaters, dessen bester Freund Karl (Walter Kreye) und, aus welchem Grund auch immer er von Alfons eingeladen wurde, Leonard Windemeyer (Christopher Schärf), sein größter Konkurrent.

Der verdächtigt Leander, Emma ihre Partnerin Therese – weil sie in einem ihrer Krimis einen Mord wie diesen beschrieben hatte -, Therese Witwe Viktoria und Leander, klar, seinen Knast-Bruder Jochen. Der wiederum kann sich nach einem Rausch an nichts erinnern, findet aber überraschend die mögliche Mordwaffe bei seinen Sachen. Ja, wer war es denn nun? Das wollen auch die junge Polizistin Greta (Noëmi Krausz), die sich nicht für dumm verkaufen lässt, und ihr gemütlicher Kollege Oliver (Dominic Marcus Singer) herausfinden.

Ein besonderes Schmankerl des Films (Regie: Isabel Braak): Ironisch kommentiert und eingeordnet wird das Geschehen aus dem Off respektive aus dem Jenseits von der unverkennbaren Stimme Adele Neuhausers. Sie spricht als Mimi Dahlmann, Alfons früh verstorbene, noch immer omnipräsente Ehefrau und Mutter von Leander, Therese und Jochen. Mit dieser Mischung aus prominenter Besetzung, Skurrilität, schwarzem Humor, Familiendrama und Anleihen aus altmodischen Krimi- und Horrorfilmen ist "Dahlmanns letzte Bescherung" eine durchaus sehenswerte und amüsante Alternative zu den vielen romantischen Weihnachtskomödien im TV-Programm.

"Dahlmanns letzte Bescherung" – Mo. 22.12. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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