Das Wunder von Wörgl
27.11.2019 • 20:16 - 21:45 Uhr
Spielfilm, Drama
Lesermeinung
Die kleine Gemeinde von Wörgl erlebt 1932 durch die Finanzkrise schwere Zeiten.
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Michael Unterguggenberger (Karl Markovics, vo.) ist von seinem arbeitslosen Sohn enttäuscht, der Nazi-Zettel austeilt.
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Toni (Andreas Lust).
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L-R: Unterguggenberger (Karl Markovics), Toni (Andreas Lust).
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Produktionsland
A, D
Produktionsdatum
2018
Spielfilm, Drama

Ein einfacher Mann, eine mutige Idee, eine harte Reaktion

Von Rupert Sommer

Der kantige Alpenfilm erzählt von einem sehr mutigen Wirtschaftsexperiment eines einfachen Tirolers – und von der eiskalten Region der Mächtigen.

Ein Fernsehereignis, das wie holzgeschnitzt, hart und kantig wirkt, aber überraschend gut in angespannte Zeiten passt: Nach seiner etwas versteckten TV-Premiere im Spätprogramm des mitproduzierenden Senders BR im April bekommt der sehenswerte Heimatfilm "Das Wunder von Wörgl" jetzt bei 3sat im Zuge des "3sat-Zuschauerpreises" noch einmal eine echte Chance zur besten Sendezeit. Vermutlich sehr zur Freude der beiden kreativen Köpfe hinter dem Fernsehfilm: Urs Egger und Drehbuchautor Thomas Reider sind verdiente Filmemacher. Ihr Werk hätte Aufmerksamkeit verdient. Was der zweifache Grimme-Preisträger Egger in finsteren, latent bedrohlich wirkenden Bildern in Szene setzen ließ, ist ein dunkles Kapitel mitteleuropäischer Wirtschaftsgeschichte. Und doch ist es auch die Heldengeschichte eines mutigen kleines Mannes – in der tragischen Variante.

Aber der Reihe nach: Mitten in der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts gibt es keinen Kandidaten, der sich freiwillig zur Wahl für das Bürgermeisteramt in der kleinen Tiroler Gemeinde Wörgl aufstellen lässt. Also muss das Losglück entscheiden. Und es trifft mit dem kränklichen Lokführer Michael Unterguggenberger (Karl Markovics) einen Mann, der noch nie viel Aufhebens um sich gemacht hat.

Preisverdächtige Produktion?

Der Politiker wider Willen, den allerdings Pragmatismus und ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn auszeichnen, muss sich etwas einfallen lassen, um die Gemeinde, die kurz vor dem Bankrott steht und in der Massenarbeitslosigkeit herrscht, wieder aufzurichten. Unterguggenbergers Idee: Er lässt sich eine neue Währung einfallen. Sogenanntes "Schwundgeld", das nur seinen Wert behält, wenn es sofort wieder in Umlauf gebracht wird. Schon bald zündet der eigenwillige Einfall: Die Gemeinde floriert wieder. Doch der Obrigkeit bleiben die lokalen Erfolge des Reformers nicht verborgen. Und Unterguggenberger wird gestutzt: Auf Betreiben der Mächtigen in der österreichischen Nationalbank wird er entmachtet und ins Gefängnis gesteckt.

Der vom BR, dem ORF, SRF und ARTE gemeinsam produzierte moderne Heimatfilm im historischen Gewand greift Reform-Ansätze auf, die auch heute immer wieder als Auswege aus einer überhitzten globalisierten Wirtschaft ausprobiert werden. So gibt es Regionalwährungen wie den "Waldviertler" oder den "Chiemgauer", die im Regionalen durchaus gut funktionieren.

Derzeit steht "Das Wunder von Wörgl" in einer Reihe mit zahlreichen anderen Produktionen, die beim "FernsehfilmFestival Baden-Baden" auf eine Auszeichnung hoffen. Der "3sat-Zuschauerpreis" wäre nicht der erste Preis für das Historiendrama, das dieses Jahr bereits den begehrten österreichischen Film- und Fernsehpreis Romy abräumen konnte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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