Der unsichtbare Feind
26.11.2019 • 22:15 - 22:45 Uhr
Gesundheit + Medizin, Dokumentation
Lesermeinung
Gelingt es den Ärzten, das Bein von Frau Günther zu retten?
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Ein gesundes Immunsystem hilft im Kampf gegen den Keim. Ihr Mann Peter zieht selbst das Gemüse.
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16 Jahre lang musste Manuela an Krücken gehen.
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Gelingt es den Ärzten, das Bein von Frau Günther zu retten?
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Originaltitel
Der unsichtbare Feind
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Gesundheit + Medizin, Dokumentation

Fatale Folgen eines Routineeingriffs

Von Andreas Schoettl

Bis zu 600.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Infektionen durch multiresistente Keime. Die "37°"-Reportage begleitet zwei betroffene Frauen.

Das Leben von Manuela K. änderte sich mit einem einfachen Routineeingriff. Sie wurde am Knöchel operiert. Zur Stabilisierung setzten die Ärzte ihr eine kleine Metallplatte ein. Doch Wochen nach der Operation entzündete sich die Wunde. Manuela war damals 24 Jahre alt. Martina ist heute Anfang 50. Länger als ihr halbes Leben kämpft sie mit diesem sogenannten Routineeingriff und dessen fatalen Folgen! Was sehr lange und nach unzähligen Eingriffen noch immer niemand wusste: Martina hat sich einen multiresistenten Keim eingefangen. Damit ist sie in Deutschland längst kein Einzelfall. Im Film "Der unsichtbare Feind" von Mechthild Gassner, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist, heißt es, dass bis zu 600.000 Menschen jedes Jahr innerhalb der Republik an Infektionen durch multiresistente Keime erkranken. Rund 15.000 Menschen sterben daran. Erschreckend zudem: Die Tendenz ist steigend.

Das Privatleben von Martina zerbrach unter der Last der so lange nicht erkannten Krankheit. Sogar Freunde wandten sich von ihr ab – aus Angst vor Ansteckung. Dass sie heute wenigstens einigermaßen "Ruhe vor dem Keim" habe, wie sie es formuliert, ist nur möglich mithilfe von Morphinpflastern und einer Handvoll Tabletten, die sie täglich nehmen muss.

Wie bei Martina war es auch bei Irmtraut Günther eine Operation, die mehr schadete als nutzte. Die 83-Jährige lag in Folge einer Infektion nach einem Eingriff am Hüftgelenk sieben Monate im Krankenhaus. Sie wird in der Berliner Charité heute mit Phagen, bakterienfressende Viren, behandelt. Doch in Deutschland ist diese Therapie noch nicht zugelassen. Phagen dürfen zurzeit nur eingesetzt werden, wenn es keine alternativen Antibiotika mehr gibt und wenn eine Amputation droht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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