Die Hausmeisterin
29.07.2025 • 20:15 - 20:55 Uhr
Serie, Unterhaltungsserie
Lesermeinung
Veronika Fitz als Hausmeisterin Martha Haslbeck.
Vergrößern
Veronika Fitz als Hausmeisterin Martha Haselbeck und Helmut Fischer als ihr Mann Josef, von dem sie sich nach 28 Jahren trennt.
Vergrößern
Helmut Fischer als Josef Haselbeck, der Ex-Mann der Hausmeisterin Martha Haslbeck, deren Küche und Gesellschaft er, obwohl wieder verheiratet, nach wie vor schätzt.
Vergrößern
Veronika Fitz als die Hausmeisterin Martha Haslbeck.
Vergrößern
Produktionsland
D
Produktionsdatum
1987
Serie, Unterhaltungsserie

Bayerische Kultserie: Nostalgisches Wiedersehen mit Martha Haslbeck

Von Susanne Bald

Als resolute Hausmeisterin Martha Haslbeck, die nach der Scheidung von ihrem untreuen Ehemann (Helmut Fischer) für ihr selbstbestimmtes Leben kämpft, feierte Schauspielerin Veronika Fitz spät im Leben ihren Durchbruch im Fernsehen. Der BR wiederholt seine preisgekrönte Kultserie, die 1987 Premiere feierte.

"So ist halt's Leben", sagt Martha Haslbeck am Ende der gleichnamigen ersten Folge der Grimmepreis-prämierten BR-Serie "Die Hausmeisterin". Und wer wüsste es besser als sie: Man muss das Leben nehmen, wie es kommt. Erstausgestrahlt zwischen 1987 und 1992, erzählt die 23-teilige Serie, die der BR nun wöchentlich in Doppelfolgen am Dienstagabend wiederholt, von einer Münchnerin, der ebendieses Leben nichts geschenkt hat. "Die Hausmeisterin" ist die kluge Geschichte einer späten Emanzipation und gleichzeitig ein Gesellschaftsporträt der späten Achtzigerjahre.

Martha Haslbeck (Veronika Fitz) hat sich 25 Jahre für ihren Josef aufgeopfert, ein Hallodri und Faulpelz vor dem Herrn. Als Hausmeisterpaar kümmerten sich die Haslbecks um ein Altbau-Mietshaus im beschaulichen Münchner Stadtteil Haidhausen. Genauer gesagt: Martha kümmerte sich. Schauspieler Helmut Fischer hatte die Rolle des unnützen Filous nur wenige Jahre zuvor als "Monaco Franze" in Helmut Dietls Kultserie perfektioniert, als Josef Haslbeck variierte er sie in "Die Hausmeisterin" nur leicht.

Nachdem er mit der schicken Bankkauffrau Ilse (Ilse Neubauer) fremdgegangen ist, hat Martha Josef unwiderruflich auf die Straße gesetzt, sehr zu seinem Leidwesen. Und so sitzt Josef am Vorabend der Scheidung auf der Eckbank in der einst gemeinsamen Wohnung und lässt sich von Martha bekochen, als wäre nie etwas gewesen. "An Huber-Toni hätt' ich nehmen sollen damals", sinniert Martha gegenüber dem quengelnden Josef, der die Beziehung mit dem "Ilse-Hasi", das ihr "Josef-Bärli" ständig verändern möchte, mittlerweile bereut. "Dann wärst jetzt Witwe", erwidert er überlegen. "Genau", kontert Martha unbeirrt. "Eine saubere Lösung. Und a Rente hätt' ich auch".

Heimeligkeit und das wahre Leben

Von den paar Mark, die sie nach der Scheidung bekommt, kann sie nicht leben. Martha muss als alleinstehende 50-Jährige nun noch mehr arbeiten als zuvor. Im Laufe der Serie wird sie sich in unterschiedlichen Nebentätigkeiten versuchen, um über die Runden zu kommen. Denn bei aller scheinbaren Heimeligkeit der Serie ist sie doch sehr realistisch. Und man darf nicht vergessen, wann sie spielt – und wie die Geschlechterrollen damals verteilt waren.

Gerade einmal zehn Jahre zuvor benötigte eine Frau noch die Erlaubnis ihres Mannes, arbeiten gehen zu dürfen. So muss Martha auch erst einmal beweisen, dass sie alleine das Hausmeisteramt ausfüllen kann. Und auch in anderen Belangen waren die späten Achtziger eine andere Zeit, wie "Die Hausmeisterin" immer wieder zeigt. Eine Zeit vor den sozialen Medien, in der Chauvinismus noch salonfähig war – und in der man ungeniert Begriffe wie das "N-Wort" verwendete und ausländische Mitbürger als "Gastarbeiter" bezeichnet wurden.

In einen solchen wird sich Martha in Folge drei verlieben. Dabei ist ihr, typisch Martha, egal, was die anderen denken, der charmante Grieche Costa (Janis Kyriakidis) tut ihr gut, Martha fühlt sich gesehen und geliebt. Und man wünscht dieser Frau wirklich alles Glück dieser Welt.

"Das war die Rolle meines Lebens"

"Das war die Rolle meines Lebens", sagte die 2020 verstorbene Hauptdarstellerin Veronika Fitz, die der bekannten Schauspieldynastie um Walter, Hans und Gerd entstammte, später immer wieder. Obwohl sie damals bereits Anfang 50 war und Jahrzehnte Erfolge an Theatern in München, Berlin und am Wiener Burgtheater gefeiert hatte: Als Martha Haslbeck traf sie einen Nerv und dürfte für manche Frau ein Vorbild gewesen sein.

Neben den genannten Darstellern trumpfte "Die Hausmeisterin" mit einem wahren Who Is Who der bayerischen Schauspielzunft auf. Bettina Redlich spielte Marthas vorlaute Tochter Christa, Ernst Cohen ihren treudoofen Freund Bertl. In Nebenrollen waren unter anderem Publikumslieblinge von Maria Singer und Cleo Kretschmer über Ottfried Fischer und Willy Harlander bis zu Gundi Ellert, Gerd Anthoff und dem Wahlbayern Hans Brenner zu sehen.

"Die Hausmeisterin" – Di. 29.07. – BR: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.
Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.
Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.