Die Ich-Vermesser
19.04.2022 • 22:45 - 23:15 Uhr
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Originaltitel
Die Ich-Vermesser - Selbstoptimierung um jeden Preis?
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
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Selbstoptimierung adé: So geht es Sophia Thiel heute

Von Franziska Wenzlick

Jahrelang schien Sophia Thiel ein perfektes Leben zu führen, doch das Streben nach Selbstoptimierung machte sie krank. Wie eine ZDF-Doku zeigt, kann sich die Fitness-Influencerin heute so akzeptieren, wie sie ist – doch der gesellschaftliche Druck, sich ständig zu verbessern, ist allgegenwärtig.

Immer schöner, stärker, schlanker, gesünder: Der Drang zur Selbstoptimierung hat uns fest im Griff. Auch Sophia Thiel kann ein Lied über den Druck singen, sich ständig verbessern zu müssen. Über zwei Millionen Menschen folgen ihr auf YouTube und Instagram – und das, obwohl die Fitness-Influencerin sich 2019 von heute auf morgen aus den sozialen Netzwerken zurückzog. Die Rückkehr folgte im Februar 2021, die heute 27-Jährige erklärte damals öffentlich, an der Essstörung Bulimia nervosa erkrankt zu sein, die sich vor allem durch plötzliche und starke Essanfälle auszeichnet.

Schon als Kind fühlte sich Thiel nicht wohl in ihrem Körper, als Social-Media-Star verschlimmerte sich ihr schlechtes Selbstbild trotz vermeintlicher Top-Form. "Früher habe ich fast täglich trainiert und mir nichts gegönnt. Wenn ich heute keine Lust habe, bleibe ich auch mal faul auf dem Sofa liegen", erklärt Thiel nun im "37°"-Film "Die Ich-Vermesser: Selbstoptimierung um jeden Preis?".

Erst im Sommer 2020 habe sie dank einer Therapie wieder einen Draht zu sich selbst gefunden: Sie hörte damit auf, nur auf ihr Gewicht und ihren Körperfettanteil zu schauen. Auch von der Social-Media-Welt will Thiel sich nicht mehr so stark beeinflussen lassen. Stattdessen benutzt sie Plattformen wie Instagram nur dann, wenn sie wirklich möchte – und nutzt andere Hobbys zur Entspannung: "Eisbaden ist für mich wie Meditation, ich kann mal runterkommen und bin ganz bei mir."

Mit Hyperbarkammer und Elektro-Ring zum besten Ich?

Auch Andreas Breitfeld hält ein morgendliches Eisbad für unverzichtbar. Dem 48-Jährigen geht es jedoch nicht darum, aus der Welt der ständigen Selbstverbesserung zu fliehen. Ganz im Gegenteil: Er ist ein Biohacker, auch "Ich-Vermesser" genannt. Für ihre Dokumentation haben Uta Meyer-Boblan und Heike Dickebohm den Münchner bei seinen täglichen Ritualen begleitet.

Dazu gehört unter anderem, jeden Morgen um 6.30 Uhr aufzustehen, nur eine Mahlzeit am Tag zu essen und in einer Hyperbarkammer reinen Sauerstoff zu inhalieren. "Für mich wirkt das belebend und hat den Effekt eines doppelten Espressos", erzählt der Familienvater. Tag und Nacht trägt er einen elektronischen Ring, der seine Vitalwerte misst – seinen Puls, seine Herzfrequenz, seine Schlafphasen und seine Aktivität. Für Andreas Breitfeld ist all das längst Alltag, mittlerweile hat er seine Leidenschaft für das Biohacking sogar zum Beruf gemacht und ein Lab gegründet, in dem auch andere Fans der Selbstoptimierung seine zahlreichen Tools ausprobieren können. Für ihn ist klar: Der Verbesserung von Körper und Geist sind heute längst keine Grenzen mehr gesetzt.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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