Die Talsperren im Bergischen Land
23.01.2026 • 11:10 - 11:55 Uhr
Natur + Reisen, Land + Leute
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In den Gewässern der Talsperren findet der Hecht seinen Lebensraum.
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Graureiher und deren Nachwuchs.
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Graureiher finden ihren Lebensraum an der Talsperre.
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Neyetalsperre
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Originaltitel
Die Talsperren im Bergischen Land
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Altersfreigabe
12+
Natur + Reisen, Land + Leute

Die Talsperren im Bergischen Land

Das Bergische Land ist für Talsperren wie geschaffen. Denn nirgendwo in Deutschland regnet es so viel wie dort. Der Regen sorgt für einen großen Wasserreichtum. Rund 2.000 Bäche und Flüsse durchziehen die Region - allen voran die Wupper. Bereits vor über 130 Jahren begannen die Menschen, Talsperren zu errichten- vor allem zum Hochwasserschutz und als Trinkwasserreservoir. Mit insgesamt 21 hält das Bergische Land deutschlandweit den Rekord - ihre Fläche nimmt etwa zwei Prozent der Region ein. Eine der Kleinsten ist die Panzertalsperre mit einer Fläche von gerade mal viereinhalb Fußballfeldern, als Größte umfasst die Dhünntalsperre 660 Fußballfelder, gefolgt von der gerade mal halb so großen Wuppertalsperre. Sie ist die einzige, die die Wupper direkt in ihrem Lauf unterbricht. Alle anderen im Einzugsbereich des längsten Flusses der Region liegen an dessen Nebenflüssen, beginnend mit Brucher- und Lingesetalsperre am Oberlauf und endend mit der Dhünntalsperre kurz vor Mündung in den Rhein. Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie verändern den Charakter eines Flusses enorm. Aus einem Fließgewässer wird streckenweise ein Standgewässer. Als Folge haben sich dort völlig andere Lebensgemeinschaften entwickelt: Wo einst die Wasseramsel nach Insektenlarven tauchte, fischen nun Kormoran und Graureiher, tummeln sich Schwäne und Blessrallen. Wer sein Nest auf dem Wasser anlegt, hat allerdings mit ständig wechselnden Wasserständen zu kämpfen - und so geht manche Brut "baden". Wanderfische wie Lachs und Meerforelle schaffen es nicht über die Staumauern zu ihren Laichgründen zu gelangen - es sei denn, sie bekommen Starthilfe wie durch die Brutanlage bei Beyenburg. Und dem allgegenwärtigen Hecht ist es - wie vielen anderen Fischen - am Grund der Stauseen zu kalt, und er kommt gelegentlich zu spät in Laichstimmung. In den letzten Sommern kamen noch größere Herausforderungen hinzu: die Auswirkungen des Klimawandels. Fielen die Ufer der Talsperren im Jahr 2020 weit über das übliche Maß hinaus trocken, zerstörten die Fluten von Wupper, Dhünn und ihren Nebenflüssen im Sommer 2021 das Hab und Gut zahlreicher Anwohner im Bergischen- kaum jemand hatte schon einmal eine Flut dieses Ausmaßes erlebt. Die Talsperren konnten dabei mancherorts vor noch schlimmeren Schäden schützen. In kleinerem Umfang betreibt auch ein ganz anderer Staumeister Hohewasserschutz. Der Biber, 2017 ins Bergische zurückgekehrt, staut kleinere Gewässer auf, um den Eingang seiner Burg immer unter Wasser zu halten. Dadurch verteilt sich das Wasser in die Breite und fließt deutlich langsamer ab. Die Wassermassen der Wupper rissen jedoch auch ihm die halbe Burg hinweg - und seine vier Jungen wurden danach nicht mehr gesehen. Haben sie die Flut nicht überlebt? Nicht jeder kommt mit dem ständigen Wandel der Talsperren zurecht. Doch inzwischen sind sie bei vielen sehr beliebt: bei uns Menschen ebenso wie bei etlichen Tieren. Wasserwirtschaftliche, touristische und ökologische Ansprüche möglichst gut zu vereinen, ist ein lohnendes Ziel. Denn seine Talsperren zählen zu dem Wertvollsten, was das Bergische Land zu bieten hat.

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