Digital abgehängt
26.08.2025 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Sabine (l.) und Dieter (r.) möchten gerne die Möglichkeiten der digitalen Welt besser nutzen können. Dafür gehen sie in ein DigitalCafe für Senioren in der Amerika Gedenkbibliothek in Berlin.
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Die Krankenschwester und Palliativhelferin Sabine und ihr Mann Dieter aus Berlin würden gerne die Möglichkeiten der digitalen Welt besser nutzen können. Dafür gehen sie in ein DigitalCafe für Senioren in der Amerika Gedenkbibliothek in Berlin.
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Die Krankenschwester und Palliativhelferin Sabine (l.) mit ihrem Mann Dieter (r.) aus Berlin. Sie besuchen regelmäßig das DigitalCafe für Senioren in der Amerika Gedenkbibliothek in Berlin.
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Die Krankenschwester und Palliativbegleiterin Sabine (2.v.r.) geht mit ihrem Mann Dieter (r.) regelmäßig in das DigitalCafe für Senioren in der Amerika Gedenkbibliothek in Berlin. Dort können sie alle digitalen Fragen zu Computer, Smartphones und Tablets
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Originaltitel
Digital abgehängt
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Leben ohne Smartphone – es wird immer schwerer

Von Rupert Sommer

Wenn die schöne neue Medienwelt ihre unschöne Seite zeigt: Die "37°"-Reportage "Digital abgehängt" begleitet Menschen, die sich nicht gut mit digitalen Dienstleistungen auskennen oder mit ihnen nicht zurechtkommen und daher oft Probleme im Alltag bekommen.

Ein Riss geht durchs Land. Und auf viele Veränderungen reagiert die Gesellschaft mit zwei Geschwindigkeiten. Das ist eine zentrale Erkenntnis in der ZDF-Reportage "37° Digital abgehängt", die die oft nur merkantilen, aber nicht immer ehrlich gemeinten Heilsversprechungen der Anbieter von "intelligenten" Alltagslösungen kritisch durchleuchtet.

Wer mit einem modernen Smartphone nicht gut umgehen kann – aus welchen Gründen auch immer -, verliert immer häufiger den Anschluss an neueste Entwicklungen und bekommt auch bei alltäglichen Aufgaben Probleme. Die einfühlsame Reportage von Ilona Kalmbach und Sabine Jainski stellt Mitmenschen vor, die in der viel gepriesenen, schönen, neuen Digitalwelt die unschönen Seiten zu spüren bekommen.

In einer fremden Stadt ein Busticket buchen? Oft eine Geduldsprobe

Es ist ein vertrautes Gefühl: Wer schon selbst von Jüngeren belächelt wurde, wenn man mal wieder neueste Social-Media-Trends nicht kennt oder sich beim Bedienen von angeblich nutzerfreundlicher Alltagselektronik unbeholfen anstellt, wird schnell Zugang zu diesem ZDF-Beitrag aus der rührigen Reportage-Reihe finden. Selbst Menschen, die stets auf Augenhöhe mit technischen Neuerungen bleiben wollen, fühlen sich von den vermeintlichen Vereinfachungen des Alltags schnell mal überfordert. Dieses Gefühl stellt sich ein, wenn man etwa die richtige App noch nicht geladen hat, um in der Packstation eine Lieferung abzuholen, das Parkticket elektronisch zu bezahlen ist oder wenn man in einer fremden Stadt eine Busfahrkarte buchen möchte.

Willkommen in einer Welt, die vor allem Senioren, aber auch Mitmenschen mit Beeinträchtigungen oft große Schwierigkeiten bereitet. Wer nicht fix am Handy ist, wird in einer immer digitalisierteren Gesellschaft von Vorgängen wie den angeblich so unproblematischen Digital-Reservierungen von Arztterminen oder dem mobilen Abwickeln von Bankgeschäften fast komplett ausgeschlossen. Wer vor Ort Rat sucht, trifft oft auf verschlossene Bankfilialen oder lange Schlagen in den Wartezimmern.

Das "37°"-Team begleitet diesmal unter anderem die 86-jährige Eva, die sich ein sogenanntes Senioren-Handy kaufen möchte. Sie hat oft große Mühen, auf herkömmlichen Geräten die Tasten zu treffen oder die geforderten Wischbewegungen auf dem Display durchzuführen. Immerhin hat sie eine verlässliche Helferin: Ihre Enkelin unterstützt sie dabei, in der digitalen Welt zurechtzukommen.

Stephan ist mit 57 Jahren deutlich jünger, er ist jedoch schon seit 30 Jahren krankheitsbedingt in seiner Sehkraft stark beeinträchtigt. Und tatsächlich kommt er oft in den Genuss der Segnungen von moderner Digitaltechnik: Über sein Smartphone lässt er sich viele wichtige Alltagsinformationen, etwa Angaben zu den Produkten beim Einkaufen, oder die Bilder in einer Ausstellung, die er besucht, vorlesen und beschreiben. Ihn ärgert allerdings, dass viele öffentliche Dokumente oder Informationen auf Websites oft nicht "barrierefrei" programmiert sind. So bleiben sie ihm dann doch unzugänglich.

37°: Digital abgehängt – Di. 26.08. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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