Ein starkes Team - Mörderische Gier
16.05.2026 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
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Originaltitel
Ein starkes Team
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

"Da geht es nie um das Wohl der Mieter": Wohnungsmangel, Immobilienhaie – und eine Leiche im Keller

Von Maximilian Haase

Wohnungsmangel, Mietersorgen, Immobilienhaie: "Ein starkes Team" wird im aktuellen Fall der ZDF-Krimireihe nicht nur mit einem Mord im Keller, sondern auch mit dem angespannten Wohnungsmarkt der Hauptstadt konfrontiert.

Wer in einer deutschen Großstadt eine Wohnung sucht, steht in diesen Zeiten bekanntermaßen vor einer Herkulesaufgabe. Und weil die Lage seit Jahren angespannt ist, findet das brisante Problem immer wieder auch seinen Weg in hiesige Krimis. So wie in der ZDF-Reihe "Ein starkes Team", die hohe Mieten und den Wohnungsmangel in der Hauptstadt schon öfter thematisierte. Auch im aktuellen Fall "Mörderische Gier", der sich um den Mord an einer Hausmeisterangestellten dreht, geht es um die Probleme der Mietenden, um Betrug und ausbeuterische Immobilienkonzerne. Selbst mancher Ermittler verzweifelt diesmal an der aussichtslosen Suche nach einer Wohnung in Berlin.

Im 103. Fall ermittelt das "Starke Team" um Otto Garber (Florian Martens), Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Nils Makowski (Lucas Reiber) im Fall einer erschlagenen jungen Frau, die für einen Hausmeisterdienst tätig war. Die wortwörtliche Leiche im Keller eines Berliner Mietshauses gibt Rätsel auf: Wer hatte Interesse daran, Amina Weber während ihres dortigen Einsatzes umzubringen? Erst vor Kurzem hatte sie bei der Firma von Tarik Aslan (Paul Wollin) angefangen, der seine Mitarbeiterin auch tot auffand. Zuvor hatte das Opfer den lukrativen Job bei der großen Immobilienfirma "Berlin Heim AG" aufgegeben und war zudem vom noblen Grunewald ins WG-Zimmer bei ihrem verpeilten Stiefbruder (Leonard Kunz) gezogen.

Viele Motive, viele Verdächtige

Bald stößt das Team auf den schnöseligen Niklas Kaiser (Torben Liebrecht), der als Chef der "Berlin Heim AG" Aminas einstiger Vorgesetzter war – und zugleich ihr Ex-Freund. "Der heißt nicht nur Kaiser, der fühlt sich auch so – wenig Trauer, viel Angeberei", schimpft Garber über den Immobilien-Hai. Hat Amina ihn verlassen, gekündigt und wurde deshalb umgebracht? Schließlich schien sie auch mit Tarik Aslan eine enge Verbindung zu pflegen, der die Ermittler bald schon auf den Grund gehen.

Neben gekränkter Eitelkeit respektive einer Beziehungstat kommen noch andere Motive und Verdächtige in Frage: Kaiser und sein Mitarbeiter Steffen Sammler (Vito Sack) nutzten Amina dafür aus, Mieterinnen und Mieter hinters Licht zu führen. Ins Visier gerät dabei auch Sophia Schultheiss (Lina Wendel), die als klassische Berliner Mieterin ins Drehbuch geschrieben wurde ("Bei uns ist immer allet pikobello") und die mit der sehr engagierten Amina nicht gut auskam.

Ein Polizist auf Wohnungssuche

Zahlreiche Verdächtige und Verstrickungen sorgen für so manche Wendung, wenngleich ein mitreißender Krimi eher anders aussieht. Dafür stimmt die schauspielerische Leistung – vor allem die Episodenhauptrollen und insbesondere Paul Wollin und Leonard Kunz überzeugen als Loser mit Hang zum Kleingangstertum. "Was wollen Sie von mir, Sie sind von der Mordkommission, nicht von der Moralpolizei", raunzt Aslan die Beamten an – und ohnehin ist die Polizei unter Mietern wie Vermietern nicht gut gelitten.

Diese Erfahrung muss auch Kollege Makowski machen, der auf Wohnungssuche "seit Ewigkeiten was Bezahlbares" sucht und am Telefon sogar abgewiesen wird, als er seinen Beruf verrät. Während das mit Blick auf hauptstädtische Verhältnisse noch durchaus realistisch erscheint, würde man den Satz "Ich muss mich leider um eine Leiche kümmern, das hat Priorität" bei niemandem hören, der Aussicht auf eine der raren Wohnungsbesichtigungen hat.

"Die Kleinen machen die Arbeit – die Großen machen das Geld"

Ansonsten bekommen der angespannte Mietmarkt und vor allem die großen Immobilienunternehmen im neuen Fall wieder gehörig ihr Fett weg. Wobei plakative Sprüche wie "Die Kleinen machen die Arbeit – die Großen machen das Geld" oder "Da geht es nie um das Wohl der Mieter" bei aller Zuspitzung den Kern des Problems durchaus treffen.

Allzu moralisch anklagend kommt der Krimi dann aber doch nicht daher, leider aber auch nicht übermäßig spannend. Verlass ist im dennoch unterhaltsamen Fall dafür auf den Generationenkulturkampf ("Echtes Fleisch oder was Veganes aus'm Chemiebaukasten?") und die Business-Ideen von Sputnik (kürzlich 80 geworden: Jaecki Schwarz), der diesmal eine ganz besondere Rolle spielt.

Ein starkes Team – mörderische Gier – Sa. 16.05. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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