Exclusiv im Ersten: Was ist los bei der Polizei?
19.10.2020 • 21:45 - 22:15 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Lisa Grüter ist Anwältin und betreut immer wieder  Fälle von Polizeigewalt.
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Die Staatsanwaltschaft hielt an Sven als Täter fest. Die Polizisten wurden bis heute nicht angeklagt.
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Claus Oxfeldt von der dänischen Polizeigewerkschaft findet, die unabhängige Kontrolle stärkt das Vertrauen der Bürger in die Polizei.
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Kai Seidensticker wünscht sich als Polizist und Polizeiforscher mehr Transparenz von der deutschen Polizei.
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Originaltitel
Exclusiv im Ersten
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Gesellschaft + Soziales

Ein Freund und Helfer schlägt zu

Von Andreas Schoettl

Es ist längst kein Schockthema allein in den USA. Auch in Deutschland werden immer wieder Fälle von ungerechtfertigter Polizeigewalt gegen Bürger öffentlich. Doch die zuständigen internen Stellen in der Polizei gehen oftmals nicht entschlossen genug gegen Missstände vor.

Der Ruf der Polizei scheint auch hierzulande zunehmend ramponiert zu sein. Denn es ist ausgerechnet der vermeintliche "Freund und Helfer", der, so zumindest suggieren es die Schlagzeilen, immer wieder zuschlägt. Angaben einer Studie der Ruhr-Universität Bochum im vergangenen Jahr belegen das. Demnach kommt es immer wieder vor, dass Menschen durch Polizeigewalt schwer verletzt werden. Für die Studie wurden mehr als 3.300 Fragebögen von Betroffenen rechtswidriger Polizeigewalt ausgewertet. Nahezu drei Viertel der Befragten gaben dabei an, körperliche Verletzungen bei einem Einsatz erlitten zu haben. Jeder Fünfte von ihnen trug sogar schwere Verletzungen, auch Knochenbrüche, davon. Die Bochumer Forscher schätzen sogar, dass die Anzahl der Fälle von rechtswidriger Polizeigewalt deutlich höher liege als bislang bekannt. Zur Wahrheit gehört auf der anderen Seite aber auch, dass die Polizisten selbst immer häufiger Gewalt und Respektlosigkeit ausgesetzt sind.

Angesichts der zahlreichen Vorfälle der jüngeren Zeit und weiteren Vorwürfen, bei der deutschen Polizei gäbe es Rassismus und Hinweise auf rechtsextremistische Netzwerke, haben WDR und "Handelsblatt" gemeinsam recherchiert. Wie sieht es wirklich aus bei der Polizei? Und wie steht es um die Kontrollorgane? Das Ergebnis, das im Film von Christina Zühlke und Jan Keuchel offenbart wird, ist zunächst ernüchternd. Gezeigt wird, dass sich betroffene Bürgerinnen und Bürger oft nicht gegen Gewalt wehren können. Ein Grund ist, dass die zuständigen Stellen in der Polizei in vielen Fällen oft nur unzureichend gegen die Missstände in den eigenen Reihen vorgehen. Dazu kommt: Will ein Betroffener von Polizeigewalt Anzeige erstatten, muss er dies ausgerechnet bei der Polizei selbst machen.

Fairerweise erwähnt "Exclusiv im Ersten: Polizeigewalt" auch, dass Polizistinnen und Polizisten oft selbst Gewalt bei ihren Einsätzen erleben. Ein Hotspot in Deutschland ist Leipzig. Im Stadtteil Connewitz war es erst im September mehrfach in Folge zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Demonstranten hatten Steine und Pyrotechnik auf die Beamten im Einsatz geworfen. Dietmar Schliff, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, sagt deshalb auch: "Die Kollegen werden manchmal behandelt wie ein Fußabtreter."

Exclusiv im Ersten: Was ist los bei der Polizei? – Mo. 19.10. – ARD: 21.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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