Für meine Tochter
08.08.2018 • 20:15 - 21:45 Uhr
TV-Film, TV-Drama
Lesermeinung
Benno Winkler (Dietmar Bär) hat auf der Suche nach seiner Tochter den falschen Leuten vertraut und wurde ausgeraubt. Die Diebe haben ihn in der Wüste zurückgelassen.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) und sein Fahrer Ilkay (Adam Bay) sind in dem zerstörten Dorf angekommen, in dem Bennos Tochter zuletzt lebend gesehen worden ist.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) und sein Fahrer Ilkay (Adam Bay) sind in dem zerstörten Dorf angekommen, in dem Bennos Tochter zuletzt lebend gesehen worden ist.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) hat es auf der Suche nach seiner vermissten Tochter bis in das zerstörte syrische Dorf geschafft, in dem sie zuletzt lebend gesehen wurde.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) sucht verzweifelt nach seiner vermissten Tochter.
Vergrößern
Emma (Anna Hermann) und Max (Merlin Rose) machen ein letztes Foto, bevor sie aus Syrien wieder zurück in die Türkei wollen.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) hat auf der Suche nach seiner Tochter den falschen Leuten vertraut und wurde ausgeraubt. Die Diebe haben ihn in der Wüste zurückgelassen.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) hat auf der Suche nach seiner Tochter den falschen Leuten vertraut und wurde ausgeraubt. Die Diebe haben ihn  zum sterben in der Wüste zurückgelassen.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) wird halb verdurstet in der Wüste von Milizionären gefunden.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) hat auf der Suche nach seiner Tochter den falschen Leuten vertraut und wurde ausgeraubt. Die Diebe haben ihn in der Wüste zurückgelassen.
Vergrößern
Emma Winkler (Anna Herrmann) hat in Syrien viel Grauen erlebt.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) sucht nach einem Bus, der ihn zur syrischen Grenze bringen soll.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) macht sich in einem Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze auf die Suche nach seiner Tochter.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) hat auf der Suche nach seiner Tochter den falschen Leuten vertraut und wurde ausgeraubt und zum sterben in der Wüste zurückgelassen.
Vergrößern
Benno Winkler (Dietmar Bär) ist in Syrien in die Hände von Kämpfern gefallen und bangt um sein Leben.
Vergrößern
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
TV-Film, TV-Drama

90 Minuten Empathie

Von Wilfried Geldner

Benno Winkler (Dietmar Bär) erfährt, dass seine in Berlin lebende Tochter in Syrien verschollen ist. Sofort macht sich der verzweifelte Vater auf Emmas Suche.

Filme über den seit 2011 währenden Syrienkrieg hat es immer wieder gegeben. Und natürlich waren da Dokumentationen immer informativer und damit "wertvoller" als die Fiktionen. Ausnahmen bestätigen diese Regel, besonders dann, wenn sie sich um das Innenleben der Protagonisten drehten, wie etwa das deutsche Salafistendrama "Brüder" mit Edin Hasanovic (2017), das mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Wie dort geht es auch in dem etwas waghalsigen Kriegsmelodram "Für meine Tochter" um die Rettung einer Familie in Syrien. Ein Vater (Dietmar Bär) erhält in Deutschland aus heiterem Himmel die Nachricht, dass der Reisepass seiner Tochter (Anna Herrmann) an der syrischen Grenze gefunden worden sei. Hals über Kopf macht sich Benno Winkler auf die gefährliche Suche nach seiner Tochter.

Um es gleich zu sagen: Wäre da nicht Dietmar Bär, sonst meist "Tatort"-Kommissar in Diensten der Kripo Köln, der in diesem ZDF-Film 90 Minuten lang Empathie erzeugt, man würde wahrscheinlich den Kopf schütteln müssen über die Chuzpe, mit der die Autoren Sarah Schnier und Michael Helfrich von Flucht und Elend erzählen. Es wirkt, als müsste nun auch der Letzte noch vom Krieg in Syrien erfahren und von der Hilfsbedürftigkeit der vor dem Krieg Geflüchteten.

Ein Film also für diejenigen, die womöglich nur noch an die Schließung von nahen wie fernen Grenzen denken und an die Not wohlgemerkt der Opfer so gar nicht glauben mögen. Aus heiterem Himmel erfährt denn auch der Apotheker Benno Winkler, der schwer am Tod seiner vor kurzem verstorbenen Ehefrau trägt und sich deshalb schon längere Zeit nicht mehr um die in Berlin studierende Tochter gekümmert hat, dass der Reisepass seiner Tochter bei einer erschossenenen Frau an der syrischen Grenze gefunden worden sei. Die Tochter selbst ist offenbar verschollen.

Eilige Recherchen in Berlin setzen Benno auf die Fährte eines im Hungerstreik befindlichen Syrers, der Vater und Sohn im Bombenhagel verloren hat und nach der Flucht die Überlebenden der Familie nach Deutschland holen wollte. Emma, Bennos Tochter, hatte der Familie des Syrers helfen wollen, der Fluchtversuch war aber offenbar gescheitert. Später wird Benno Emmas Vertrauten Max (Merlin Rose) traumatisiert in einem Lager an der syrischen Grenze finden, als Opfer eines IS-Übergriffs.

Immer wieder gibt es hilfreiche Hinweise auf Emmas Verbleib – im Krimi würde man sagen, Kommissar Zufall habe mitgespielt. Die Konstruktion der Story knirscht jedenfalls mitunter stark im Wüstensand. Dietmar Bär lässt das alles aber als verzweifelter Vater fast vergessen: Graubärtig und mit blind gewordener Brille liefert er sich zunächst freundlichen Helfern, später aber geldgierigen Schergen aus. Der Deutsche ist jetzt Opfer, ein Flüchtling im fremden Land, der gar noch die deutsche Telefon-Vorwahl vergessen hat. Ausgeraubt und frierend bleibt er liegen im Wüstensand, umgleißt vom fahlen Licht des Kameramanns Moritz Schultheiß. Starke, eindringliche Bilder, die für das allzu Wohlfeile der Gesamtstory entschädigen.

Emma wird nämlich, nachdem der Vater fast von einem Islamisten hingerichtet wurde, auf wundersame Weise aufgefunden. Max, ihr Freund, aber hat das gefährliche Abenteuer dann zuletzt doch nicht überlebt. Ein dramaturgisch recht holpriger Versuch, aus dem syrischen Geschehen einigermaßen familienfreundlich herauszukommen. Insgesamt könnte man den Versuch, noch einmal in gemäßigter fiktiver Form auf die Schrecken des unbegreiflichen Gemetzels in Syrien aufmerksam zu machen, als blauäugig verwerfen. Ein Rest von Achtung bleibt dann für das gewagte Vater-Tochter-Melodram aber doch.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Dietmar Bär ist Hauptkommissar Freddy Schenk im Kölner "Tatort".
Dietmar Bär

Das beste aus dem magazin

Mikkey Dee am Schlagzeug.
HALLO!

Mikkeey Dee über das neue Album: "Das ist uns sehr gut gelungen"

Mikkey Dee, bekannt durch die Scorpions und Motörhead, spricht über die Entstehung und Zukunft der Band Lex Legion. Mit Andy LaRocque, Pete Blakk und weiteren prominenten Musikern schafft die Band einen einzigartigen Sound, der das Beste der 80er mit modernen Elementen verbindet.
Anja Knauer schaut ernst.
Star-News

Anja Knauer ehrlich: "Mich an den Grill zu stellen, ist grundsätzlich keine gute Idee"

In "Extrawurst" wird das Grillen zur großen Debatte. Privat hat Anja Knauer dagegen eine klare Regel: Hauptsache, sie muss nicht selbst wenden.
Das Schloss Burscheid im Nebel
Reise

Urlaub mit der Trendfarbe 2026: Ruhige Reiseerlebnisse

Pantone kürt Cloud Dancer zur Trendfarbe 2026. Diese zarte Off-White-Nuance verleiht Orten wie Luxemburg, New Mexico und den Malediven eine besondere Ruhe und Weite.
Gettyimages/fizkes
Gesundheit

Schlaf ist wichtig

Guter Schlaf ist essenziell für die Gesundheit. Der "Tag des Schlafes" am 21. Juni lenkt den Fokus auf die Bedeutung ausreichender Erholung für Körper und Geist.
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt 
und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, 
Hörfunk und als Buchautor.
Gesundheit

So kommen Sie besser durch die heißen Tage

Hitzetage werden immer häufiger und belasten den Körper. Ein Arzt gibt Tipps, wie man sich vor den Gefahren der Sommerhitze schützt: von Sonnenschutz über Flüssigkeitszufuhr bis hin zu angepasster Ernährung und Bewegung.
Professor Dr. Sven Ostermeier
ist Facharzt für Orthopädie und 
Unfallchirurgie, Sportmedizin, 
Chirotherapie und spezielle 
orthopädische Chirurgie. Der 
Schulter- und Knie-Experte arbeitet als leitender Orthopäde 
der Gelenk-Klinik Gundelfingen. 
Außerdem ist er Instruktor der  Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA).
Gesundheit

E-Bike oder Fahrrad? Was Rücken, Knie und Gelenke wirklich brauchen

Wer Knie oder Rücken schonen will, muss beim Radeln genau hinsehen. Ein E-Bike kann helfen, birgt aber auch eigene Risiken.