Gefährliche Raben - schützen oder abschießen?
08.06.2026 • 22:00 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Ein Rabe sitzt auf einer Muttersau. Schweinezüchter berichten von Ferkel-Verlusten durch Raben.
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Ferkel werden von Raben von hinten am Schwanz gezogen, sogar umgeworfen.
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Selbst Rinder sind betroffen – Landwirte erzählen uns von Attacken während der Abkalbung.
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Den Kolkraben geht es in Deutschland und Europa mittlerweile gut, die Populationen haben sich durch den Schutz erholt.
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Originaltitel
Gefährliche Raben - Schützen oder abschießen?
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Altersfreigabe
12+
Info, Gesellschaft + Soziales

Gefährliche Raben - schützen oder abschießen?

Blutige Begegnungen zwischen Kolkraben und Lämmern sorgen für großen Ärger auf der Schwäbischen Alb. Schäfer berichten, dass die Vögel ihre Lämmer attackieren und töten, um sie zu fressen. Die Vorfälle seien so gravierend, dass die Schäfer ihre Existenz bedroht sehen. Doch Wissenschaft und Politik betrachten Rabenangriffe eher als Mythos. Sind Kolkraben wirklich Täter? Oder Opfer eines Missverständnisses? Es ist ein kalter Morgen auf der Schwäbischen Alb. Ernst und Stefan Fauser stehen zwischen ihren Schafen und machen sich Sorgen. Bald werden hier auf der Weide neue Lämmer geboren werden und dann wird es hier richtig gefährlich. Offenbar stürzen sich regelmäßig Kolkraben auf die kleinen Jungtiere. Die Schäfer Stefan und Ernst Fauser aus Hohenstein im Kreis Reutlingen sorgen sich um ihre Lämmer. Immer wieder haben sie erlebt, dass Raben die frisch geborenen Jungtiere attackieren. Stefan Fauser zeigt ein Video und erklärt: "Da sieht man jetzt, dass das Lamm die erste Stunde relativ schwach ist. Bis das mal zu Kräften kommt, ist es natürlich eine leichte Beute für die Raben." Die würden anfangen, an den Lämmern herumzupicken: am Schwanz, aber auch am After, am Auge oder an der Zunge. Ablammzeit ist Rabenzeit - da sind sich die beiden Schäfer einig. Die Fausers rechnen damit, dass sie wieder viele Jungtiere verlieren werden. Trotzdem: Die Kolkraben dürfen nicht einfach so abgeschossen werden. Und eine Entschädigung für die toten Tiere gibt es - anders als beim Wolf - auch nicht. Die Verluste der Schäfer bleiben privat, selbst wenn sie dokumentiert sind. Auch Schäfer Jan-René Hartmann aus Karlsruhe erlebt das Phänomen. Er erzählt, dass Raben bereits elf seiner Lämmer getöteten haben sollen. Die Raben säßen auf den umliegenden Bäumen. Noch während der Geburt der Lämmer würden sie angreifen. Er zeigt ein Video von einem Lamm mit ausgepickten Augen. Die Vögel hätten das Lamm außerdem ausgeweidet, berichtet er. Ein weiteres Lamm habe zunächst schwer verletzt überlebt, sei dann aber beim Tierarzt gestorben. Das Problem: Kolkraben sind EU-weit streng geschützt. Außerdem halten Wissenschaft und Politik an älteren Studien fest, die die Vögel als vorwiegende Aasfresser beschreiben. Das Umweltministerium in Stuttgart sieht jedenfalls keinen Handlungsbedarf. Andre Baumann (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima & Energiewirtschaft Baden-Württemberg, verweist auf eine Studie, die zu dem Schluss kommt, dass Raben nur kranke oder bereits bewegungsunfähige Tiere attackieren würden. Auch der Naturschutzbund NABU betont, dass die Berichte über "Killer-Raben" oft übertrieben seien. Nicht nur Schäfer auf der Schwäbischen Alb fühlen sich mit den Raben-Attacken allein gelassen. Eine bundesweite Umfrage des SWR unter rund 600 Freilandbetrieben ergibt ein klares Stimmungsbild: Weidetierhalter aus ganz Deutschland melden nicht nur Angriffe auf Lämmer. Offenbar sind auch Rinder, Schweine und Gänse betroffen - oft mit tödlichem Ausgang. Die geschätzten Verluste belaufen sich auf mehrere Tausend Tiere pro Jahr. Wie weit Kolkraben wirklich gehen, enthüllt diese Reportage u.a. mit Videoaufnahmen, die selbst renommierte Experten überraschen. Als sich der weltweit anerkannte Rabenforscher, Thomas Bugnyar, die Aufnahmen anschaut, sagt er dazu: "Also, um ehrlich zu sein, das habe ich so noch nicht gesehen."

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